38IV.Hiermit hätten wir — strenge genommen — unserm Vorsatzgenügt, dem geehrten Leſer eine Schilderung der vor mehr alshundert Jahren an der Erft und Roer stattgehabten kriegerischenScenen zu entwerfen; allein wir können es uns nicht versagen,in einem vierten Abschnitte noch mit diesem Rückzuge nach demRheine uns zu beschäftigen, um das einmal begonnene Werk zueinem bestimmten Abschluß zu bringen. Dieser Rückzug, den dieverbündete Armee unter den ungünstigsten Verhältnissen ausführtevom überlegenen Feinde fast umringt und mitten zwischen denbeiden noch in feindlichen Händen befindlichen Festungen Geldernund Wesel, auf schwierigem Terrain kühn hindurch brechend,gehört nicht nur zu den gelungensten Operationen dieses Feld-zuges, sondern des ganzen siebenjährigen Krieges. Nicht in demkühnen Vorgehen und im Schlagen allein besteht die große Kunstdes Feldherrn: auch die geschickten Combinationen, die richtigenAnordnungen eines Rückzuges im Angesicht eines, namentlich anReiterei, so überlegenen Feindes, bekunden den erfahrenenStrategen.Herzog Ferdinand von Braunschweig hat durch diesenRückzug eben so viel beigetragen zu seinem Feldherrnruhm, alsdurch den Rheinübergang und den Vormarsch bis an die Erftund Roer. Bis zum letzten Augenblick auf eine vielleicht gün-stigere Wendung seiner Lage wartend, und erst durch Ereignissegezwungen, für welche ihm nicht die Verantwortlichkeit zufällt,tritt er den Rückzug an — vorher aber noch den Versuch machend,durch einen Offensivstoß den ihm ganz nahe gegenüberstehendenFeind sich vom Leibe zu halten, um dadurch, ehe dieser sich dessenversieht, einen Vorsprung zum Rückzuge zu gewinnen.Wir lesen in den Berichten, daß die Gründe der deßhalbzusammenberufenen Generale den Herzog zum Rückzug bestimmthätten. Gewiß hat er die Ansichten seiner Generale gehört in
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Kriegsschauplatz an der Erft und Roer im Sommer 1758 : nebst einer Uebersichtskarte
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