120Zelle, schliefen auf dem harten Lager und sangen undbeteten zusammen im Chore.Zuweilen, wenn ihre Augen aus dem Fenster ihrerZelle hinabſchauten in das Thal und über die einſchlie-ßenden Berge, fragte Eberhard: „Mein geliebter Bruder,würdest du dieses Mönchsgewand und deinen innernFrieden jetzt noch umtauschen gegen die Herrschaft überLand und Leute, gegen ein bluttriefendes Schwerdt, einetödtende Lanze und ein schwerfälliges Kleid von Eisen,um unter wüstem Kriegsgeschrei in Blut zu wandeln„O mein Bruder“ antwortete dann Adolph, „derHerr hatte mich mit Blindheit geschlagen, aber er hatmir, wie einst Saul, das Licht der Augen wieder gege-ben, um das einzig Gute und Wahre zu erkennen. Ichwürde dieses weiße Habit nicht mehr vertauschen undwäre es auch um die Krone unseres Freundes Lothar,der mit seinem Kaisermantel nicht so viel Erde bedeckenkann, daß er sorgenfrei eine einzige Nacht darauf schlafe.Wir aber fühlen uns glücklich im Beiſammenſein undim Dienste des Herrn.Der Reichthum des Klosters nahm durch Schen-kungen von Wald, Grundstücken und ganzen Höfen außer-ordentlich zu, und es gab kein Kloster weit und breit,das solche Besitzthümer aufweisen konnte. Fürsten, Kaiser
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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120
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