92sich besser auf ein Ritterschwerdt als auf den Rosenkran-zu verſtehen ſchien.Wer die Geschichte aller dieser Pilger gewußt hätte,wäre wohl im Stande gewesen, Bücher voll von inter-essanten Geschichten zu schreiben; aber der Hut und derPilgermantel deckten die Geheimniſſe ihres Lebens zu,und die Priester allein, welche die Sünden vergessen unddie Tugenden im Gedächtnisse behalten, kannten ihreIrrgänge und ihre Freudenwege.Eberhard ließ seinen Stab nicht ruhen, sonderneilte sogleich in die nächste Kirche, wo er betete, bis dieNacht einbrach. Am Portale derselben schlug er, inseinen Mantel gehüllt, sein Nachtlager auf, und sobaldam andern Morgen die Sonne auf Rom's Dächernglänzte, setzte er seine Wanderung durch die Kirchen undKlöster der heiligen Stadt fort und betete auf den Grä-bern der Heiligen mit einer Inbrunst, wie selten ein Pilgervor ihm gethan hatte. Seine Andacht zog bald dieAugen der Priester und Mönche auf sich und zuletztzeigten sich ihn sogar die Römer einander, als den from-men deutschen Pilger, wenn er mit tiefgesenktem Hauptedurch die Straßen zog.An allen Altären hatte er nun gefleht und es gabkeinen heiligen Ort mehr, wo er unbekannt gewesen wäre.
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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92
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