91schen, wovon er schon einmal eine so glänzende Probegehabt hatte.Der Wald und das freie Feld dienten ihm bei Nachtzur Ruhestätte, und am Tage pilgerte er von Kirche zuKirche und flehte zu Gott um Vergebung für all dasBlutvergießen, welches seine Hand angerichtet hatte.Lang und beschwerlich war der Weg, den er durchDörfer und Städte, über Bach und Strom, Berg undThal zu machen hatte; manchmal sank er vor Müdig-keit und Hunger in die Kniee, und häufig floß ihm ausden verwundeten Füßen das Blut in dicken Tropfen;aber endlich lag die heilige Stadt vor ihm. Sein Antlitzzur Erde neigend, betete er bei ihrem Anblicke aus demtiefsten Grunde seines Herzens um eine gute Aufnahmeund stieg in die Ebene hinab, wo von allen Richtungeneine Menge Pilger mit Stab und Muschelhut, gleichihm, auf die Stadt zuzogen.Wie Mancher mochte darunter sein, der nach demBrauche jener glaubensreichen Zeit, Reichthum und Ehrevon sich abgeworfen, um unter strengen BußübungenVergebung seiner Sünden und die Ruhe der Seele wie-derzufinden! Viele von den Pilgern trugen in der Thatin ihren Gesichtern den Stempel einer höhern Herkunft,und es gab da manches Paar blitzender Augen, das
Druckschrift
Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten