80Die Frau im Bette seufzte und deutete nach oben.Eberhard, der gewahrte, daß die Leute in Noth undKrankheit waren, gedachte ihnen zu helfen und dabeiauch seinem eigenen Zwecke zu genügen; er klopfte mitdem Finger an die kleinen, bleigefaßten Scheiben und batum Einlaß. Der Mann fuhr erschrocken herum undschaute nach dem Fenster; nur zögernd öffnete er undprallte mit einem Schrei zurück, als er die große ge-harnischte Gestalt vor sich stehen sah.„Fürchte dich nicht,“ sprach Eberhard, „freue dichvielmehr, denn ich komme, dir die Mittel zu bringen,damit du deinem Weibe einen Lebensbalsam kaufen kannst.Siehe, diese Rüstung, das Damascener=Schwerdt unddie goldenen Sporen, alles gebe ich hinweg für einenTrunk Wasser und die schlechte Bauernkleidung, die duauf dem Leibe trägst. So du dich dazu entschließen+ 11kannst, so zögere nicht.Der Bauer wußte nicht recht, ob er seinen Ohrentrauen sollte oder nicht und sah den Ritter ungläubigan; da er aber den Ernst in seinen Zügen gewahrte,sprach er: „Was bewegt euch, die kostbare Rüstung ge-gen dieſe durchlöcherte Knechtskleidung zu geben?“„Wisse, daß mir das Kriegeshandwerk verleidet ist,und daß ich hinaufziehe nach Rom, um zu büßen
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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80
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