77Gert, mein treuer Knecht, sprach Eberhard, ichwill eine Pilgerfahrt machen, und Niemand auf derWelt soll um dieses Beginnen wissen als du allein. Duwirst zurückbleiben, damit ich, aller Dienste völlig ent-blößt, vollständige Sühne thun kann. Ich weiß, daßdu mich liebst, darum fürchte ich nicht, daß du meinGeheimniß verrathen wirst; ich weiß, du wirst schweigen,auch dann, wenn mein Bruder dich drängt und vonmeinem Verbleiben Kunde haben will. Nun aber ver-lasse mich, denn du sollst die Richtung und den Wegnicht sehen, wohin ich wandere.“Gert blieb stehen; die Thränen quollen ihm zwi-schen den Fingern durch, die er vor das Gesicht hielt;er schluchzte wie ein Kind, das von seinem Vater Ab-schied nimmt. „Ach,“ sprach er, „gehet denn, gehtbis ans Ende der Welt, aber nehmt euren Gert mit,damit er eure Wunde pflege, euch das Lager bereite,eure Speise erbettle und eure Leiden theil„Mein guter Gert,“ antwortete der Ritter, „wollteich Jemanden zum Begleiter haben, so wäre mir Nie-mand auf der Welt lieber als du, aber ich habe bereitsin meinem Herzen das Gelübde gethan, hülflos und alleinzu wallen und keines Menſchen Dienſtleiſtung anzuneh⸗
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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77
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