53ein Knappe, an dessen Seite er vorhin einen stattlichenRitter zu Boden geschlagen hatte, schien ihm durchausdas Lebenslicht ausblasen zu wollen. In dieser Nothfiel sein Blick auf das leere Faß und brachte ihn aufden Gedanken, daß es gut als Schild dienen könne;darum ergriff er es und suchte die Hiebe zu pariren,aber es ließ sich schlecht handhaben und verdeckte ihmdie Aussicht, weshalb er auf dem Boden umherschaute,irgend eine weggeworfene Waffe zu entdecken. Da ernichts finden konnte, was gut zum Schlagen war, sotrat er dem Faß mit einem Fußtritte den Boden einund schwang es in die Luft gegen den Knappen, undzwar mit einer solchen Geschicklichkeit, daß es sich richtigum dessen Kopf stülpte, ihn ganz einhüllte und denSchlägen Gerts Preis gab, der in diesem Augenblickeseine Keule wiedergefunden hatte. Der zugestülpteKnappe gab den Bergischen so große Veranlassung zumLachen, daß sie ihres Vortheiles vergaßen und den selt-samen Helmträger anschauten, dem Gert den Garausmachte, und der unter einem allgemeinen Lachgebrüllezu Boden ſtürzte.Gert ergriff von Neuem das Faß und schleudertees mit einer solchen Wucht über die Reihen der Gepan-zerten, daß es im Fluge mehrere Ritter zu Boden
Druckschrift
Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
53
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten