21Freundschaft und hielten sie hoch in Ehren. Selten mages zwei Brüder gegeben haben, die sich so liebten, wieAdolf und Eberhard. Sie kannten nicht den Streit überdas Mein und Dein, der in jenen Zeiten ſo häufigdas Schwerdt des Sohnes gegen den Vater erhob, inwelchen das Blut keinen Werth hatte, wo die Faustallein Recht verlieh und der eiserne Panzerhandschuhmit Hohn in die Wage der Gerechtigkeit geworfen wurde.Sie theilten nicht einmal ihre Lande, als der Vatergestorben war, sondern herrschten unter dem Namen derGrafen von „Mark und Altena“ gemeinschaftlich über diegesegneten Landstriche. Dennoch waren sie verschiedenerSinnesart; denn indeß Adolf des Krieges pflegte, saßEberhard auf seiner Burg Berge an der Dhün und lasund forschte in den Schriften des Alterthums; sein Sinnwar fromm und sein Geist erhob sich weit über die da-malige Zeit, wo die Ritter weder lesen, noch schreibenkonnten, sondern in roher Unwissenheit den Krieg unddie Jagd als allein würdige Geschäfte für ihren Standansahen und ihre nothwendigen Briefe und Actenstückevon dem Burgkapellan fertigen ließen.Doch muß man nicht glauben, daß Eberhard imKriegshandwerke unerfahren oder gar feige und unritter-lich gewesen sei; im Gegentheile war er weit und breit
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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