Druckschrift 
Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

Sehet ihr die Zeichen nicht, die am Himmel undauf Erden geschehen?Mutter und Sohn schauten ihn fragend an.Er fuhr fort:Schon seit mehreren Jahren herrschenunerhört starke und anhaltende Gewitter und verheerendie Erndte. Was übrig bleibt schlägt der Hagel zuBoden und reißen die Wasserfluthen hinweg, so daß dieNoth von Jahr zu Jahr steigt und auch die Reichen fürschweres Geld kein Brod haben können. ErzbischofFriedrich von Cöln suchte den Zorn Gottes zu besänfti-gen, indem er das Kloster Kamp da unten am Rheinegründete und dasselbe am letzten Januar 1122 mit Mönchenaus dem Kloster Morimond in Frankreich besetzte. AberGott wollte der Opfer noch mehr:Vor zwei Jahren, ihr wißt es Beide, es war am13. Tage des April, fiel am Morgen nach der stern-klaren Nacht, ein solcher Regen von Sternen auf dieErde, daß es nicht anders anzusehen war, als sollte auchnicht einer am Himmel verbleiben; und am 24. Augustdesselben Jahres verlor die Sonne ihren Schein, daß esfinster auf der Erde war und die Menschen Gott umGnade und Barmherzigkeit anriefen, weil Jedermannn 11glaubte, die Welt sollte vergehen.