Es ist wahr, der Vater hatte schwer gegen dasReich gesündigt, aber dem Sohne kam es nicht zu, dieseSünden zu strafen; ihm war es allein Pflicht, des vier-ten Gebotes zu achten.Aber der ungerathene Sohn zog sein Heer in Mainzusammen, wohin er gegen alles Recht einen Reichstagzusammengerufen hatte; dort stand es schlagfertig und dieVersammlung unterstützte sein gottloses Vorhaben.Bald verbreitete sich die Kunde, daß der Vater her-anziehe, den bösen Sohn zu züchtigen.Jetzt zeigte sich dessen Heimtücke und Charakter-Niedrigkeit in einer verdammungswürdigen List. Zuschwach, es mit dem Heere des Vaters aufzunehmen, zoger diesem mit wenigem Gefolge bis Koblenz entgegen,warf sich ihm, Reue heuchelnd, zu Füßen und gab unterThränen und Schluchzen die heiligsten Versicherungen,daß ihn sein Beginnen gereue und seine Wünsche einzigauf des Vaters Wohlergehen ständen.Der schwache Vater glaubte, verzieh ihm großmüthigund entließ sein ganzes Heer, bis auf einigeVenige, diesein nothwendiges Gefolge ausmachten.Ich selbst stand damals als Speerträger unterHeinrichs IV. Fahne und hatte mich gefreut, den Söld-nern des entarteten Sohnes am Zeuge flicken zu helfen.
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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