prächtig, und ich denke, bald werden Andere es mirnachthun.„Aber die Kälte!“ sprach der Alte. „Alle Tage hörtman von Kindern und Erwachsenen, die stecken gebliebenund jämmerlich erfroren sind. Ich trage diesen grauenKopf jetzt neunzig Jahre, aber nie habe ich einen sofürchterlichen Winter erlebt. Geht es noch lange so fort,so wird das Land ausgestorben sein. Eh der Schneeeinfiel, kam die Kälte so plötzlich und grimmig, daß dieAale aus dem Wasser krochen und unter die Heuhaufenschlüpften, wo sie gleichwohl erfroren, wie die Fische, diemit den Flossen todt an der Eisdecke hingenDie Mutter schauderte nun nicht allein vor Kälte,sondern auch vor Entsetzen und sie sprach mit Entschie-denheit: „Nein, Gert, du gehst morgen nicht aus demHause; wenn wir doch sterben müssen, so kann's auchhier am Herde geschehen, wo wir alle beisammen sind.Womit haben wir die harte Strafe verdient?“ jam-merte sie dann, und ließ den Kopf auf die erstarrtenHände sinken.Der Alte rückte näher zum Feuer und sprach: „Daswill ich euch sagen. Nicht wir haben die Strafe verdient,sondern diejenigen, welche unsern Kaiser, Heinrich denFünften, zum deutschen Könige gemacht haben. Ihret-
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Adolph und Eberhard, die ersten Grafen von Berge : historische Erzählung aus dem zwölften Jahrhundert
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