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2 (1890)
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401
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Leichenbefunde bei Moral Insanity und Verbrechen. 401

kommission einen Anfall simulirt habe. Von Ventubi zuWiederholung eines solchen veranlasst,- blieb er danach wiebetäubt und verwirrt und gestand, dass er nach den simulirtenAnfällen oft ebenso erschöpft sei wie nach den wirklichen.

D. tödtete während eines Zornausbruches einen Polizei-beamten; vor den Geschworenen simulirte er einen epileptischenAnfall, wobei er Ventubi an der Untersuchung seiner Augenhinderte. Vier Jahre vorher war er allerdings im Hospital anEpilepsie, an der er schon in seiner Jugend gelitten hatte, be-handelt worden.

Mit Recht hebt Ventubi hervor, dass diese Fälle vielmehrfür Fortdauer der Krankheit als für Simulation sprechen. Derkrankhafte Zustand reize eben die Betreffenden, diejenigenUebel, an denen sie so sehr leiden, zu fingiren, auch wohl umdeswillen, weil sie in ihrem Leichtsinn und aus Unkenntnissnicht glauben, dass der reelle Theil ihrer Krankheit genügt,um ihre Handlungen zu entschuldigen und zu erklären.

Zur Bekräftigung führt Ventubi den analogen Fall einesan Moral Insanity und manischen Anfällen Leidenden an, dereinen solchen Anfall in der Absicht fingirte, um ungestrafteinen Krankenwärter, den er hasste, niederwerfen zu können,wie er seinen Genossen selbst gestand. Auch der Fall einerHysterischen, von Baillaegeb erwähnt, gehört hierher, derenwirkliche Anfälle mit einem Stadium der Simulation begannen.

XIV.Leichenbefunde bei Moral Insanity und Verbrechen.

1.

Sbrocco, der im Alter von 16 Jahren seinen Vater undBruder getödtet, und seine Mutter zu vergiften versucht hat,starb in der Irrenanstalt zu Reggio am 8. Februar 1888 anLungen- und Darmtuberkulose.

In den letzten Tagen seiner Krankheit überstieg seineTemperatur, trotz der hochgradigen akuten Erscheinungen nie-mals 38,4. In der letzten Zeit seines Lebens war er wieimmer apathisch und gleichgültig gegen alles, sogar in Bezug

LOMBROSO, Der Verbrecher. II. 26