400 Nachträge.
Anderer, CyrusB., ist der Sohn einer an Krämpfen leidenden,zornmüthigen und trunksüchtigen Frau; seine 8 Geschwisterstarben unter Krämpfen. Als Kind quälte er sie und seineSpielgefährten. Da man ihm Vorwürfe machte, entwich erund lehte wochenlang von Diebstahl. 11 Jahre alt, zerbracher die Fensterscheiben in einem Kaufladen und bewarf einenSteuerbeamten mit Steinen ohne alle Veranlassung. In derIrrenanstalt hatte er wülde Wuthanfälle, wobei die Pupillesich verengte. Wochenlang verbarg er seine bösen Triebe,zeigte sich mitleidig den Kranken und folgsam den Aerztengegenüber, wenn er aber unbeobachtet zu sein glaubte, soschlug er die Schwachen. Sein Vorderhaupt ist klein, dieGenitalien sehr entwickelt, tättowirt, die Schmerzempfindlich-keit gering.
4. — S. G.'s Vater ist ein Dieb, seine Mutter liederlich;er selbst von Kindheit an diebisch, Onanist, später Weibernarr.15 Jahre alt, biss er eine Schildwache. 16 Jahre alt, trater zur Camorra über und wurde bis zu seinem 20. Jahrezweimal wegen Diebstahls verurtheilt. — Nach einem Anfallvon Manie, der 8 Tage dauerte, erinnerte er sich unmittelbardanach nicht des Vorgefallenen (wiederum ein Zeichen fürEpilepsie). Ausserdem hatte er Anfälle von Lustigkeit mitdarauffolgender Niedergeschlagenheit. Er besass ein starkesNachahmungsgeschick und spielte den Melancholischen, nochmehr aber den Epileptischen in staunenswerther Weise. SeinGesicht war asymmetrisch, die Ohren henkeiförmig, die Schmerz-empfindung vermindert.
Simulation von Epilepsie.
Vextuei veröffentlicht in den Actes etc. die Geschichtevon drei Epileptischen, deren Einer einen Anfall simulirte, umdas Mitleid der wohlhabenden Spaziergänger zu erregen; erhatte in der Irrenanstalt vou Venedig oft genug Epileptischebeobachtet, und nun, da er die Krämpfe simulirte, wurde erschliesslich von wirklichen Krämpfen ergriffen. Ein anderervon Jugend auf Epileptischer sprach es aus, dass er von derAushebung befreit sein würde, da er vor der Aushebungs-