Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
389
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Die Verbrecherin. 389

XI.

Die Verbreoherin.Von Dr. G. Salsotto.

Ich habe 130 wegen vorbedachten Mordes oder wegenMitschuld an demselben verurtheilte Frauen untersucht.

Das Verbrechen wurde verübt oder versucht in 37 Fällengegen den Gatten, in 7 gegen den Geliebten, in 4 gegen dieGeliebte des Gatten, Imal gegen den Vater, 5mal gegen einenOheim, 7mal gegen eigene Kinder, 3rnal gegen einen ent-fernten Verwandten, 3mal gegen einen Bruder, 3mal gegeneinen Schwiegersohn, lmal gegen den Schwiegervater. 59 Fällebetrafen Personen, die mit der Thäterin nicht verwandt waren.

Eins der von seiner Mutter getödteten Kinder war einunehelicher Sohn, in einem anderen Falle fand der Mord desKindes neben dem von 4 arideren Personen statt.

Wie wir aus obiger Aufzählung ersehen, sind die Attentateauf Verwandte in Ueberzahl vertreten und zwar- durch 60dabei betheiligte Frauen, von denen 43 selbst die That aus-führten und 10 als nothwendige Mitschuldige mitwirkten. Inden anderen Fällen war das Weib nur Mitschuldige, diejenigenFälle ausgenommen, in denen es sich um den Geliebten oderum die Geliebte des Gatten handelte.

Ursache. Unerlaubte Liebesverhältnisse sind auchhier wiederum mit 40 Fällen vertreten. 1 Unter ihnen befindensich 3 von Mitschuld am Morde des Schwiegersohnes. Unge-treue Liebe verleitete in 7 Fällen zum Morde des Geliebten,4mal zum Morde der Geliebten des Gatten.

Habgier war in 26 Fällen die Veranlassung, lmal zumMorde des Vaters, 5mal des Oheims, 7mal der.Kinder, lmaldes Schwiegervaters.

Häuslicher Unfriede in 7 Fällen, von denen 3 aufBrüder, 3 auf Verwandte fallen.

1 Der Artikel ist eine vorläufige Mittheilung aus einer grösserenArbeit und findet -trotz der summarischen Abfertigung wegen seines,reichen Materiales hier Aufnahme. Fr.