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2 (1890)
Entstehung
Seite
384
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384 Nachträge.

Beobachtung, die auch Marro bei jugendlichen Verbrecherngemacht hat.

Die Querfalten der Stirn erscheinen fast typisch beimanchen jugendlichen Verbrechern, sie sind manchmal so tief,,dass sie das Aussehen von Schnittwunden haben, und dasnicht bloss bei Bewegung, sondern auch bei vollkommenerRuhe der Stirn. Die Stirnrunzeln sind aber nicht bloss tiefer,sondern auch zahlreicher bei den Verbrechern als bei Nor-malen.

Die Längsfalten der Stirn, die nach Piderits 1Ansicht bei aktiven "Denkern, bei Menschen, die mit Wider-wärtigkeiten zu kämpfen haben und bei zornigen Personenauftreten, zeigen sich bei Verbrechern nicht auflallend häufig,ausser in der ersten Gruppe, wo sie auch tiefer sind und dasfrühzeitige Erscheinen der Runzeln überhaupt andeuten.

Der Gänsefuss, d. h. die Palten, die vom äussernAugenwinkel aus mehr oder weniger zahlreich ausstrahlen,bildet eine der häufigsten und frühesten Formen und zeigtsich bei Verbrechern in allen Lebensaltern.

Die verlängerte Unteraugenlid falte unterscheidetsich von den übrigen IJnterlidfalten dadurch, dass sie tiefersteht, dem unteren Augenhöhlenrand entsprechend, von dessenäusseren Ende aus sie sich in einem mehr weniger stumpfenWinkel über die Backe hinzieht. Diese Runzel verleiht demGesicht einen greisenhaften Ausdruck und kommt bei Ver-. brechern häufiger und frühzeitiger vor, als bei Normalen.

Die Nasenlippenfalte, die am frühesten erscheint,kommt bei Verbrechern häufig vor, und zwar schon im Altervon 14 bis 24 Jahren mit 69 %. Sehr deutlich trat sie beiKnaben, die geschlechtliche Excesse begingen, und zwar in30 % auf; bei unseren Verbrechern wird es daran auch nichtgefehlt haben.

Jochbeinfalte, nennen wir eine doppelte oder drei-fache Palte auf der Mitte der Wange über dem Jochbein, die,35 cm lang, von oben nach unten verläuft, gegen den Mund

1 Piderit, La mimigue et la physiognomie, Pai-is 1883.