Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
376
Einzelbild herunterladen
 

376 Nachträge.

1. Die Verbrecher männlichen Geschlechts haben eineweit geringere Hörschärfe als normale Männer (6070%);auch die weiblichen Geschlechts haben (in 5055 %) geringereHörschärfe als das normale Weib.

2. Die geringere Hörschärfe beruht zum grössten Theil aufEntzündung des Mittel-und inneren Ohres. Nur bei 1118%der untersuchten Kranken fand, sich eine Form von Schwerhörig-keit, die der Presbykusis gesunder Greise entspricht, nicht sicherauf Entzündung beruht, sondern vermuthlich degenerativerArt ist.

3. Die geringere Hörschärfe steht nicht in konstanterBeziehung zur Stumpfheit der Tast-, Geschmacks^, Geruchs-Empfindung, die bei Verbrechern häufiger vorkommen.

Die Missbildungen des äusseren Ohres betreffend, wagtGe., wegen der geringen Zahl der von ihm beobachteten. Ver-brecher, nicht ein definitives Urtheil abzugeben, theilt indesseine diesbezüglichen, immerhin werthrollen Beobachtungen ineiner Anmerkung mit.

Verbrecher männlichen Geschlechts. Unter 82Individuen kamen bei 42 (49%) folgende Missbildungen desOhrknorpels vor.

Verlängerung des Crus helieis ad Anthelicein

längs der Concha......................in 9 F. bilat. = 10 °/<>

I auf beiden Seiten............... 14 ]

Anp-eheftetosi links 3 r

< .......................... " ' " \ 27 = 32 %

Ohrläppchen) wenig entwickelt auf beiden Seiten .. 51

I links........................... 5 ,. |

Tuberculum Darwini...................... 2 = 2,4 %

Henkelohr................................. , 7 ,, = 9,0 %

Helix unvollkommen...................... *. ,, 1 .. ,. = 1,2 °/o

Crus anthelicis super, unentwickelt.......,.... 1 ,. = 1,2 %

Verbrecherinnen. Von 28 Untersuchten boten 7(25%) folgende Anomalien dar:

Angeheftete Ohrläppchen (2 mal beiderseits, 1 mal rechts,

1 mal links)............................. '. ....... 4 = 14%

Henkelohr . ............................................ 1 = 3,5 %

Helix unvollkommen................................... 2 = 7,0 %