Das Gehör der Verbrecher. 373
weitaus übertraf ( 1D /o und "/&), bei 3 von ihneu auf beidenObren, bei 1 auf dem recbteu Obr.
Die Hörscbärfe für tonlose Stimme fiel in den 9 Fällenvon Mittelohrentzündung nur bei zweien unter 1 Meter Ent-fernung (22% der kranken Frauen), und betrug nur ca. 50 cmin beiden Fällen von Otitis interna senilis.
Die Mittelohrentzündungen waren:
Hörsehärfe:
( rechts = links — - ( rechts 2
3 mal beiderseitig ) > 1 6 mal einseitig -. links 4
(■■»■<■" 2
Wie verhält sich die Hörschärfe bei Normalen? ■— Esfehlen darüber noch umfängliche Untersuchungen. Die inder Litteratur vorhandenen bezieben sich nur auf Schulkinderunter 15 Jahren. Die Autoreu Weil, Sexton, Bezold,Schmiegelow, Gelle nahmen für dieses Alter einen mittlerenProzentsatz für die Abnahme des Hörvermögens an, diezwischen 22 und 25% schwankt. Weil hat gefunden, dassdie Hörstörungen mit dem Alter häutiger werden.
Ueber die Häufigkeit der Ohrenkrankheiten des Erwach-senen lässt sich schwer urtheilen ; jeder Ohrenarzt wird indesmit TßöLTSCH darin übereinstimmen, dass von drei Menschenzwischen 20 und 50 Jahren einer wenigstens auf einem Ohrenicht gut hört (ca. 33%). Bürkneb sagt, man solle es garnicht glauben, wie lange man oft danach suchen muss, um deuStudenten ein normales Trommelfell zu zeigen.
Bielakows Untersuchungen über die Hörschärfe von100 Mördern und 100. Soldaten 1 haben einen nur relativenWerfch, da seine Prüfungsmethode ungenügend war. Zudemlässt auch die Verschiedenheit des Alters der Verbrecher undder Soldaten nicht ohne weiteres ein vergleichendes Crtheilzu. Jedenfalls hätte der Autor eine Abnahme der Hör-fähigkeit bei den Soldaten um 25—30%, bei den Delinquentenum 69—78% der Fälle konstatiren können.
1 S. Lombroso, Der Verbrecher. I. Hamburg 188-7.