Kunst- und Gewerbebetrieb der Verbrecher. 361
12. Industriezweige. — Ich -war überrascht davon,so viele tüchtige Mechaniker unter den grossen Verbrechernzu finden (wie Fallaci, Fieschi, Mas., Squillace), von denenmancher sehr merkwürdige Maschinen im Gefängniss er-funden hat.
Einer baute aus Fischgräten, einer aus Brotkrumen einePendeluhr, die sehr gut ging; in Nisida erfand einer einenHemmapparat für Eisenbahnzüge.
Daraus ist ersichtlich, dass man aus der Kunstfertigkeitder Verbrecher in den Gefängnissen einen nicht unbeträcht-lichen Nutzen ziehen kann.
Am Schlüsse des Jahres 1879 wurden in den italienischenStrafanstalten von 29 910 Detinirten 16 832, d. i. 56% ge-werblich beschäftigt, die meisten mit Stricken, Weben, anderemit Herstellung des hänfenen und baumwollenen Weisszeugesfür die Gefangenenanstalten selbst.
Die Zahl der Buchdrucker verhielt sich wie 1 zu-105.
Es ist bekannt, dass das italienische Amtsblatt [Gassetaufficiale) mit allen seinen umfangreichen Dokumenten vonGefangenen und mit einer Ersparniss von, wenn ich nichtirre, ungefähr 50 000 L., gedruckt wird.
Sind diese Zahlen auch gering, so beweisen sie; doch,welchen Nutzen Leute bringen können, die in der Freiheitdie grösste Plage für die Gesellschaft sind.
Welche Höhe dieser Nutzen erreichen kann, ersehen wiraus den Mittheilungen über die Gefangenen-Statistik der Ver-einigten Staaten Nordamerikas.
Daselbst werden sie beschäftigt mit der Anfertigung vonAckerbau-Maschinen und -Geräthschaften, Bottichen, Fässern,Kisten und Koffern, hölzernem und eisernem Hausrath, Karrenund Wagen, verschiedenem Schuhwerk, Sattlerarbeiten, Männer-und Frauenkleideru, Leib- und Bettwäsche, Unterjacken, Besen,Bürsten, Teppichen, Körben, Cigarren. Ausserdem verrichtensie Garten- und Landarbeiten, streichen Ziegel, behauen Steine,werden bei Anbauten und Ausbesserung der Anstaltsgebäudeverwendet, behauen Bauholz, arbeiten in den Stein- undMarmorbrüchen, in den Gruben, bei den Schmelzöfen, ver-