356 Nachträge.
geisteskranker Dieb bildete einen gebundenen, vermummtenGeisteskranken mit den kleinsten Details nach., desgleicheneine Einbruchsscene, bei der er vermutblicb betheiligt war.
Ein früherer Präfekturschreiber zerrieb vor Langeweilekleine Kieselsteine zu höchst merkwürdigen Nadelknöpfen.
Auf den Ausstellungen in Mailand und Rom sah manprachtvolles, von Gefangenen gearbeitetes Hausgeräth, unteranderem einen Damentisch, aus dem mau zehn Nadelkissenvorspringen lassen konnte.
4. Spiele. — B. C, ein Dieb, verfertigte mit grosserMühe und Geduld aus Brotkrume ein vollständiges Domino-spiel, E. Z. ein ganzes Spiel Karten aus Pappenstückchen,die er mit. Bleistift und mit seinem eigenen Blute roth färbte.Anstatt des (Regierungs-)Stempels schrieb er darunter: „Ausder Fabrik der Diebe von S." Die Zeichnung der Figurenwar etwas kindlich.
Ein anderes Kartenspiel wurde von einem Betrüger ausPiemont hergestellt. Die betreffenden Figuren waren noch'grotesker als in dem vorigen, und der Verfertisrei' hielt es fürnöthig, ihre Bedeutung darüber zu schreiben. Beide Spielehatten den Verfertigern sieben volle Wochen geduldiger Arbeitgekostet. In den Figuren hatten sie versucht, die Bildnissedes Direktors der Anstalt, des Rechnungsführers, der Wächter,hrer Geliebten u. s. w. auszuführen.
5. Obscönität. — Fast unglaublich ist die Obscönitätgewisser plastischer Darstellungen und Zeichnungen, in denensich die ganze verhaltene Liebesbrunst in den GefängnissenLuft zu machen sucht. Ein Dieb, der nicht Mechaniker vonFach, sondern Hausdiener war, stellte aus Brot und ZuckerFiguren her, die in ihren Bewegungen den Koitus nachahmten.Ein anderer Dieb, der von Mechanik nichts verstand, bauteein fertiges mechanisches Theater, auf dem. die männlicheFigur einer weiblichen Anträge machte, die angenommen wurdenund mit Verheirathung und Koitus endigten. Die Bewegunggeschah durch eine Kette und dauerte länger als eine Minute.
6. Halbverrückte. — V. R., wegen Schlägerei ver-urtheilt und mit Holzfällen beschäftigt, verfertigte aus Holz-
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