Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
352
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352 Nachträge.

Der Mann aus dem Volke wischt mit der Spitze des Daumensden Schweiss von der Stirn und schleudert ihn fort. Diesergewöhnliche Brauch ist zu einem sehr bezeichnenden Ausdruckdafür geworden, dass man nur mit grosser Anstrengung ineiner gewissen Sache zum Ziele gekommen ist.

Legt man die beiden Zeigefinger an der Daumenseiteaneinander und bewegt sie ein wenig, so bedeutet das Gesell-schaft, Zustimmung, gegenseitiges Verständniss.

Unter den obscönen Gesten in Sizilien ist die beleidigendstedie, wenn man auf den bei geschlossener Faust gewaltsamgestreckten Arm mit der Hand der anderen Seite in derScbultergegend laut klatscht; noch stärker wird der Ausdruck,wenn man die Hand horizontal hin imd her bewegt. Manwendet diese Geste an, wenn man eine unverschämte Forderungrundweg abschlagen will; ausserdem enthält sie eine be-leidigende Missachtung der Person, an die sie gerichtet istund pflegt von dem Wort begleitet zu sein:Packe dich!Da hast du. . ."

Ein paar alte Diebe belehrten mich über folgende beiden Verbrechern in Piemont gebräuchliche Gesten.

Mangiament ist ein Erkennungszeichen für Haus- undTaschendiebe, die zum erstenmale einander sehen.. Manlüftet dabei den Hut, indem man mit der Hand so über dasGesicht fährt, dass der Daumen die rechte "Wange, der Ring-finger die linke Wange berührt. Dann geht man zurück biszum Kinn und spuckt dreimal dabei aus.

Es ist offenbar der oben erwähnte Argon.

Ein einmaliges Ausspeien dagegen bedeutet, dass derFreund in Gefahr ist, beobachtet wird und von seinem Vor-haben abstehen möge.

Die Strassenräuber erkennen sich daran, dass sie mit demDaumen das rechte Auge öffnen, so dass man den rothenKnorpel sieht, um auszudrücken, dass sie zu einer Blutthatbereit sind. Während dessen sprechen sie wie zertreut: I sumadla cura! Berührt man das linke Auge nach unten mitdem Zeigefinger, so heisst das: Pass auf! Berührt man dieLippe mit dem Zeigefinger: Schweige! Das Taschentuch