312 Dritter Theil. Der Gelegenheitsverbrecher.
Vater geisteskrank, ein Anderer, dessen Vater epileptisch, Zwei,wo Vater und Mutter Säufer waren.
Rossi (in Centuria) sagt über die Landstreicher folgendes:
Viele von ihnen wechseln beständig ihren Wohnort,streichen von Land zu Land, ohne Mittel und ohne Zweck,nur um einen unwiderstehlichen inneren Drang zu befriedigen.Diese Reisewuth machte sich besonders bei 9 Individuen be-merklich, von denen Nr. 2, ein Epileptischer, von Turin nachPisa, wieder nach Turin und von da nach Marseille, Cannes,Mentone und nach Turin zurückging, alles z,u Fuss, unterwegsaber stahl, um nicht zu verhungern. Nr. 3 ging schon imAlter von 14 Jahren zu Puss von Tortona nach Florenz;Nr. 6, auch epileptisch, wanderte zu Fuss von Turin in dasDepartement Du Var, wo er von Ort zu Ort ging, dann nachGenua und von da nach Turin zurück sich begab, bloss um(es sind das seine eigenen Worte) ein inneres gewaltigesDräugen zu befriedigen, das er nicht zu erklärenweiss.
Also auch beim Gelegenheitsverbrecher ist, wie beimgeborenen Verbrecher, die impulsive epileptoide Grundlagewahrzuehmen.
12. Anderweitige Beobachtungen. — Es freutmich, hierbei bemerken zu dürfen, dass selbst Ferri im Grundemit uns übereinstimmt, indem er den Gelegenheitsverbrechernur als eine Abart des geborenen Verbrechers betrachtet.
„Da aber," sagt er, „absolute Unterschiede in der Naturüberhaupt nicht stattfinden, so ist der Unterschied zwischenGelegenheits- und geborenem Verbrecher nur darin zu suchen,dass für Letztere der äussere Reiz, dem inneren verbrecherischenAntrieb gegenüber, weniger zu bedeuten hat, indem das In-dividuum durch eine centrifugale Kraft getrieben wird, dasVerbrechen aufzusuchen und zu begehen — während es sichbei dem Gelegenheitsverbrecher mehr um Widerstandslosigkeitgegen äussere Anreizung handelt, diese also eigentlich dasBestimmende ist.
Das Ereigniss, aus dem das Verbrechen des geborenenVerbrechers hervorgeht, ist einfach der Ausdruck eines längst