264 Dritter Tb eil. Der Gelegenheitsverbreclier.
von Sittenverderbniss, 137 infolge der Gelegenheit. Zu denGelegenheitsverbrechern zählt Lacombe in allerdings nicht sehrstreng statistischer "Weise die, welche es wurden durch schlechteGesellschaft 70, durch das Spiel 9, durch Vorliebe für Schau-spiel 2, durch häuslichen Unfrieden 1, durch Geldverlegenheit 4,aus Hache 17, durch das Lottospiel 3, durch Liebeshändel 2,u. s. w. Zu Verbrechern wurden:
10 vor dem 10. Lebensjahre,
50 „ „ 25.
14 zwischen dem 40. und 50. Lebensjahre,
7 „ „ 50. „ 60.
3 nach dem 60. Lebensjahre.
Zahlreicher sind noch die Beweise, welche Febbi aus denitalienischen und französischen Statistiken zu entnehmen versucht.
In der italienischen Statistik ist am auffälligsten dasverschiedene Verhalten der verschiedenen Verbrechensform be-züglich der Zahl der Rückfälle. Dieselbe überragt die Durch-schnittszahl (um bei den zahlreichern Verbrechen zu bleiben)in den Fällen von Diebstahl, Fälschung, Strassenraub undEntführung, JSfothzucht, brutalem Mord oder in Verbindung mitanderen Verbrechen, bewaffnetem Bandenwesen, als charak-teristischer Ausdruck für dem normalen Menschen fernliegendeVerbrechen; dazu das Vagabondiren und die Arbeitsscheu,welche dieselbe anthropologische Bedeutung haben trotz desüeberwiegens sozialer Veranlassungen.
Die Bestätigung finden wir in der Einreihung der Fällevon Körperverletzung, einfachem Mord, kulposem und unbeab-sichtigtem (d. i. Todtschlag), Kindsmord unter die Gelegenheits-verbrechen, sogar mit dem Charakter des Rezidives.
„Sehen wir uns die neueste italienische Statistik an, sofindeD wir die Zahl der Rückfälle grösser bei Diebstahl, Strassen-raub, Arbeitsscheu und Landstreichen — und geringer bei Mord,besonders unter den von den Landgerichten (tribunali) Verur-theilten und bei den Vergehen gegen die Obrigkeit, den Kultus,den Verkehr, wo die Gelegenheit oft zum Impulse beiträgt.
Genauer und sicherer lässt sich das noch mit Hülfe derfranzösischen Statistik ergründen. Lassen wir die Verbrechen,