Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
247
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Siebentes Kapitel. Halbverrüekte Verbrecher. 247

Kollegen aus, und wenn er sich beruhigt hatte, so wunderteer sich darüber, dass man ihm das zur Last lege, leugnete esentschieden, und in vollkommen aufrichtiger Weise.

Diese seine offenbar epileptoide und impulsive Beschaffen-heit ersieht man aus einem an Baccelli gerichteten Drohbrief,worin er versichert, er werde Italien ein Beispiel geben, bevorer sich in den Tiber stürze, und fortfährt:Ich pflege nichtzu lügen, ich fühle einen Schwindel, der mich reizt, aneuch zu zerschellen!"

Unter den Briefen an den Minister befindet sich einer,der folgendermaassen anfängt:Noch weiss ich nicht, wannich Sie ohrfeigen werde, Ihnen ins Gesicht zu speien ist mirwiderlich." Darauf folgt ein anderer Brief, der eine einfacheBitte enthält.

12. Altruismus. Derartige Ergüsse sind, was wohlzu beachten, vornehmlich der Ausdruck des beleidigten über-mässigen Selbstgefühles, welches bei den Kranken dieser Artvorherrscht.

Der Altruismus die überschwengliche Bezeugung derTheilnahme an dem Geschick anderer Menschen guckt zwarimmer daraus hervor, aber nur als Maske und gleichsam zurEntschuldigung. Er ist es auch, wodurch diese Menschen zuFührern in Revolutionen, zu Königsmördern u. dgl. m. werden,und hinter dem sie ihre, ihnen mehr als das allgemeine Wohlgeltenden Rachegefühle verstecken.

In dieser Beziehung ist es von Werth, das UrtbeilSpavenxas über Sbarbaro kennen zu lernen, worin mit wenigenAusnahmen die Irrenärzte einstimmen werden.

Er hat eine Vorliebe für die Gerechtigkeit, fasst sie je-doch in persönlicher Weise auf, d. h. jede Handlung, von derer glaubt, dass ihm dadurch ein Unrecht geschehe, sieht erfür ein Verbrechen an, das er mittelst Drohungen und Belei-digungen straft."

Sbarbaro, Cordigliani, Lazzaretti und auch Büffet sindstets bereit, sich für Rächer von Missbräuchen auszugeben.

Ormea, ein Arbeiter, 30 Jahre alt, von normalem Aeussern,glaubt, die Regierung wolle ihm übel, weil er einen demago-