236 Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.
2. Ebenso selten kommen sie unter jungen Leuten vor:ich kenne nur zwei.
3. Reichlich, vorhanden sind sie in den Hauptstädten undin manchen Gebirgsdörfern (z. B. Fobello), wo kröpf- undkretinbildende Einflüsse herrschen, häufig auch in Städten,wo Geisteskranke reichlicher zu finden sind (z. B. in Verona).
In Menge giebt es ihrer auch in weniger civilisirtenLändern, wo eine künstliche Oivilisation in Ueberstürzung— unter Hochdruck — importirt worden ist, wie bei denBabous, den eingeborenen Beamten in Indien.
4. Beim Militär habe ich keinen gefunden und nur1 Fall bei Landwirtken, während es unter Bureaubeamten,Aerzten und Theologen von ihnen wimmelt.
5. Bei dem Mattoiden finden sich im ganzen wenigeDegenerationszeichen beisammen, wenige Anomalien in Gesichts-bildung und am Körper. Unter einer Gruppe von 30 hattennur 21 einige Abweichungen aufzuweisen und zwar hattenzwölf nur 2, zwei hatten 3, zwei 4, nur einer 6 Zeichen; dieLetzten waren aber fast sämtlich Graphomanen. Die her-vorragendsten unter diesen Leuten zeichneten sich im Gegen-theil durch eine sehr intelligente und ebenmässige Gesichts-bildung aus.
Letzteres ist natürlich, denn es fehlen hier die Leiden-schaften, und wo diese fehlen, da ist auch keine Art vonVerzerrung im Gesicht wahrzunehmen. Es fehlen übrigenszum grossen Theil auch die Degenerationszeichen, da es mirnicht gelang Erblichkeit nachzuweisen, ausgenommen beiDreien (1 taubstumme Schwester, 1 bizarrer und 1 geistreicherVater) unter 13 Untersuchten. Nach Virgilios neuestenForschungen [Passanante e la natura morbosa del delitto, 1888)kommt als Vierter noch Passanante hinzu.
6. Psychometrie. — Die psychischen Akte erfolgen,nach den Bestimmungen mit der HiPPschen Uhr, bei denMattoiden rascher als bei den Verbrechern. Nur liegen diehöchsten und die niedrigsten Zahlen weniger weit ausein-ander. Jedoch ist im Vergleich zu den Gesunden eine Ver-zögerung zu bemerken, wie es auch bei Tanzis und Guicci-