192 Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.
ging ins Essziminer zurück und trank Wein. Ich. verschlussdie Thüren zur Kinderstube; meine Frau sagte: „Warumschliessest du zu? man kann ja nicht hören, wenn sie (dieKinder) rufen." Darauf schloss ich wieder auf, ging wieder aufdie Terrasse. Unten hielt ein Wagen, zwei Herren stiegen aus,ich hörte sie schreien: Feigling! Feigling! komm nur herunter,wir wollen dich . . .! Ich hatte Furcht und legte mich nieder,mein Revolver lag neben mir. Ich konnte aber nicht schlafen;unter den anderen Stimmen hörte ich auch die meiner Schwester,die über meine Frau sagte: „Alle deine Leiden kommen vonihr!" Ich wollte mich umbringen, setzte das Revolverrohrzweimal an meine Stirn, als eine Stimme mir zurief: „Nein,nein, erst tödte sie, sie liebt dich nicht." Um 4 Uhr fordertemeine Frau mich auf, der Kleinen zu trinken zu geben. Ichstand auf, zündete Licht an, wärmte die Saugfiasche und gabsie der Kleinen. In demselben Augenblick hörte ich Leutein der Kinderstube und machte mich fertig zum Schiessen,legte mich aber wieder nieder. Da rief dieselbe Stimme zumzweitenmal: „Schiess, schiess." Ich wollte nicht, ich bat sieum Verzeihung, nahm meinen Revolver und richtete ihn gegenmeine Schläfe. Da erblickte ich zwei mir bekannte Gesichter,die ich lange nicht gesehen, die mir sagten: „Tödte erst deineFrau, dann dich. Vorwärts!" Ich war so aufgeregt, dass icheinen Schuss gegen das Bett meiner Frau abgab; sie flüchtetein die Kinderstube, ich schoss zum zweitenmal und nahmsie in meine Arme; sie schrie immerzu, ich trug sie aufs Bettund da sie sehr litt, so würgte ich sie. Was ich weiter that,weiss ich nicht, es waren viele Leute im Zimmer und ichhabe.nichts mehr gesehen." Das Dienstmädchen hatte schreienhören. Padrona war an ihre Thüre gekommen und hatte ge-sagt: „Ich möchte mich erschiessen und habe keine Zünd-hütchen mehr." Er hatte da schon seine Kinder erdrosselt.Auf die Frage nach dem Beweggrund zu diesem zweitenVerbrechen antwortete P.: „Ich weiss es nicht, man hatte mirgesagt, ich solle es thun!" warum er nicht auch das letzteKind, das dem Bett der Mutter zunächst lag, umgebracht habe:„Ich bin nicht bis dahin gekommen; ich sah es liegen, aber