Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
174
Einzelbild herunterladen
 

174 Zweiter Theil. Der irre Verbrecher.

Man weiss sogar aus dem Beispiel der Medgjidub undA'issahu, die keine Narkotika gebrauoken, dass ununterbrocheneBewegung des Kopfes einen rauschartigen Zustand hervorbringt.Es sind, sagt Berbeuggee (Algerie 1860), gefährliche, wildeMenschen mit Diebesneigungen. Auch die Opiumraucherwerden oft von mörderischer Wuth ergriffen. Moeeau fühlteeine Neigung zum Stehlen, als er versuchsweise Haschischuahm.

Schlimmer wirkt der Wein und nock schlimmer der Wein-geist, den man als einen konzentrirten Wein ansehen kann,was die geistige Wirkung. betrifft; noch weit schlimmer aberdie Liköre aus Absynth, Werrnuth, die ausser dem Sprit-gehalt noch besondere Gifte für die Nervencentren führen.

Nachdem der Weingeist sein unglückliches Opfer gereiztund ihm den Weg zum Verbrechen durch rasche, automatischeHandlungen gebahnt hat, hält er es für immer fest umschlungen,indem er es zum Gewohnheitstrinker macht, den er lähmt,dessen edlere Gefühle er betäubt, und indem er das gesündesteGehirn in ein krankes umwandelt, gleich als wenn auf ex-perimentellem Wege der Beweis für den Satz geliefert werdensollte, dass das Verbrechen die Folge einer speziellen krank-haften Anlage unseres Körpers ist. Eine solche ist bei jenenUnglücklichen die Sklerose des Gehirns, des Rückenmarks undder Ganglien, gleichwie der Nieren und der Leber. Dort ent-wickeln sie sich unter den Erscheinungen des Verbrechens,hier unter solchen von Demenz, oder von Urämie, oder Ikterus,und zwar, je nachdem ein Organ mehr als das andere, oderein Organtheil mehr als. der andere betroffen ist.

Die Beweise hiefür sind in Menge vorhanden. Soebenfand ich im Gefängniss einen sehr sonderbaren Dieb, P., dersich rühmte es zu sein und sogar schon nicht mehr anderssprechen kann, ,als im Kauderwelsch seiner würdigen Lehr-meister, der Diebe; dennoch wollte weder seine Erziehung nochdie Schädelform mich den Grund erkennen lassen, der ihndazu trieb; es wurde mir aber sofort klar, als er erzählte, erund sein Vater seien TrinkerSehen S'. ich habe mich vonkleinauf in den Branntwein verliebt, und jetzt trinke ich