Druckschrift 
2 (1890)
Entstehung
Seite
48
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48 Erster Theil. Verbrechen aus Leidenschaft.

ich habe mein Möglichstes gethan, diese Leidenschaft, die Quellealler meiner Kraft, zu unterdrücken; es ist mir nicht gelungen.Ohne sie, die ich verloren, ist das Leben mir unerträglich."

7. Furcht. Der Schreck ist bisweilen Veranlassungzum Selbstmord. Eine Dame befaud sich in, der Rue du Temple,als das Attentat Fieschi geschah. Der Donner der Explosionund der Anblick der Opfer jagte ihr eine solche Furcht ein,dass sie epileptisch wurde; von dem traurigen Schauspiel un-aufhörlich verfolgt, erklärte sie, solch einem Leben den Todvorziehen zu Avollen. Ein Mann wurde von einem Hundegebissen, den er für toll hielt. Obgleich er sofort kauterisirtworden war, quälte ihn doch der Gedanke an die Schreckenseiner Zukunft und er tödtete sich. Viele Militärpersonenbringen sich lieber um, als dass sie vor dem Kriegsgerichterscheinen; viele Leute aus Furcht vor der Rache, Andere,weil in ihrem Hause ein Mord begangen wurde und sie als,Mitschuldige verhaftet werden könnten.

Viele Fraueu, die während der »rossen französischen Re-volution mit ihren Eltern oder Gatten zu sterben wünschten,aber nicht den Muth hatten, sich selbst umzubringen, riefen:Es lebe der König!" Die Hinrichtung der königlichenFamilie ward für eine ziemliche Anzahl Leute Veranlassungzum Selbstmorde. (Brierre, 1. c.)

8. Stolz. 26 Individuen, d. i. der 172. Theil derGesamtsumme, fielen den verschiedenen Vorurtheilen desStolzes zum Opfer. Der grössere Theil unter ihnen war mitseinem Lose nicht zufrieden; Andere klagten über Mangel anAnerkennung ihrer Verdienste. Einer z. B. drückte in einemhinterlassenen Schreiben sein Missvergnügen darüber aus, dasser, trotz seiner Verdienste und edeln Geburt, eine untergeordneteStellung einnehme, während seine Brüder reich und glücklichseien. Ein Beamter machte ungeheure Ausgaben, um seinenMitbewerbern im Luxus nicht nachstehen zu müssen; der Ruinstand ihm bevor, aber anstatt in das Dunkel zurückzutreten^gab er sich den Tod.

Horace Walpole erzählt in seinen Memoiren, LordWindsor sei mit einem Spieler, einem gewissen Nurre, in Streit