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1 (1894)
Entstehung
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265
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Erstes Kapitel. Vom Tättowiren. 265

eine Schaufel. Tardieu fand bei Schuhmachern das Bildeines Stiefels, bei Bäckern das des h. Honoratus und konnteaus einem Maurerwerkzeug die Identität der beiden OpferLescours feststellen.

Uebrigens ist der Vortheil, den die Kriminalistik ausdiesen unwillkürlichen Enthüllungen zieht, den Verbrechern sobekannt, dass die gescheuteren unter ihnen sich wohl hüten, sichzu tättowiren. Sie versuchen auch wohl, vorhandene Zeichenmit Hülfe von in Saft unreifer Feigen getauchten Nadeln zuentfernen, wie zwei gestanden, oder auch, wie Hütin es sah,mit Hülfe von neuen auf die alten aufgetragenen Farben zuverwischen, unter 89 Tättowirten kamen mir nur 4 Fällevor, in denen die Operation infolge des Schmerzes unbeendetgelassen wurde; 1 mal hatte sich das Bild nach 35 Jahrenverwischt, jedoch auch nur unvollkommen. Dass letzteresgleichwohl geschehen kann, geht aus Oaspers, Hütins undTardieus Beobachtungen hervor, welche unter 66 Fällen 3,unter 36 Fällen 4, unter 179 Fällen 22 dergleichen fanden,namentlich da, wo Zinnober und Kohlenpulver verwendetworden war.

Unter 74 Tättowirten befanden sich 41 Diebe, 18 Mörderund Strassenräuber, 7 Vagabunden, 5 Fälscher, 3 Brandstifter.Unter 89 derselben hatten sich 71 erst im Gefängniss, 8 beimMilitär tättowirt; 11 als Knaben, 9 im Alter von 1517Jahren, 4 in Sanktuarien, 4 zu Hause. Unter 50 waren 37in Himmelblau mittelst Schiesspulver, 6 in Roth mittelstZinnober, 1 in Schwarz mit Russ, 6 in Roth und Himmel-blau tättowirt.

7. Ursachen. Es ist für den Anthropologen gewissnicht unwichtig, nach dem Gründe zu forschen, warum eineso unnütze, zugleich schmerzhafte und nachtheilige Operationsich erhält. Folgendes mag als Erklärungsversuch gelten.

a) Die Religion, die so viel bei den Völkern vermagund überall Sitten und Gewohnheiten zu erhalten trachtet,trägt sicherlich auch zur Erhaltung dieses Brauches bei; esgeschieht dies jedenfalls in Loreto fast officiell. Di^ Leute,welche einen Heiligen verehren, glauben ihm einen Beweis