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1 (1894)
Entstehung
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251
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Drittes Kapitel. Maasse und Gesichtsausdruck. 251

Reihe von (Sub-) Mikrokephalen vor als hei Normalen; dagegenist dieselbe kleiner als bei den Irren.

Kopf und Gesicht sind bei Verbrechern, besonders beiWollüstlingen und Dieben, häufiger schief als bei Normalen,jedoch seltener als bei Irren. Bei Letzteren sind dagegen dieAugen häufiger schräg; desgleichen sind häufiger Kopfverletzungen,Atherom der Schläfenarterien, falscher Ansatz der Ohren, Ny-stagmus, Mydriasis, Pupillendifferenz, schiefe Nase und fliehendeStirn vorhanden. Beim Verbrecher ist das Gesicht länger,Jochbeine und Kinnlade breiter, das Haar dichter und schwärzer,das Auge dunkler. Bucklige kommen selten unter Mördern,öfter unter Stupratoren, Fälschern, Brandstiftern vor.Körperlänge und Gewicht sind bei diesen und den Diebengeringer als bei Mördern und Räubern, gleichwie die Körper-kraft. Das Haar der Letzteren ist dunkel, das der Stupratorenoft blond.

Die Betrachtung der Photographien verschafft uns dasMittel zur Kontrolle und Feststellung des Verhältnisses,in welchem die Verbrecherphysiognomie vorkommt; nämlich25 % mit einem Maximum von 36 % bei den Mördern, undmit einem Minimum von 6 bis 8 % bei Bankerottirern, Be-trügern und Bigamisten. Ferner ist daraus ersichtlich, dassbei den Gelegenheitsverbrechern Kopf- und Gesichtsanomalienin fast gleichem Verhältniss wie bei ehrlichen Individuen vor-kommen, z. B. die geringere Schädelkapacität, der kürzerevordere Kopfumfang, die grosse Länge des Gesichtes und diestärkere Entwickelung der "Wangenbeine.

Die Untersuchung an 800 ehrlichen Leuten hat uns er-gehen, dass Degenerationszeichen in der Gesicbtsbildung auchhei ihnen zwar vorkommen, aber niemals so viele auf einmalwie bei Verbrechern, und dass, wenn es je der Fall ist, derVerdacht auf eine versteckte böse Leidenschaft oder auf kretin-artige Degeneration gerechtfertigt erscheint.

Die Beobachtung am Lebenden bestätigt endlich, wennauch weniger sicher und konstant als die an der Leiche, dashäufige Vorkommen von Mikrokephalie, Asymmetrie, Schräg-heit der Augenhöhlen, Prognathie, Auftreibung der Stirn-