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1 (1894)
Entstehung
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249
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Drittes Kapitel. Maasse und Gesichtsausdruck. 249

Die voluminöse Kinnlade kann Folge des Atavismusund der starken Entwickelung der Muskulatur sein; sie Hessesich auch aus der häufigen Wiederholung der eigenthümlichenBewegung erklären, die eia Mensch dann macht, wenn ereinen energischen Entschluss fasst oder Rache hrütet; daheiwird der Mund zusammengepresst, um den Muskeln einenStützpunkt zu verleihen (Darwin) und dem Körper daserforderliche Maass von Sauerstoff zuzuführen. Geschieht dasoft, so können sich allerdings die Muskeln und mit ihnendie Knochenpartien, an denen sie sich ansetzen, verdicken.Das ist vielleicht auch die Ursache der starken Entwickelungder Lin semicircul. am Schläfenbein. Vielleicht beruht auchdarauf zum Theil das häufige Vorkommen von Brachykephalieder geborenen Verbrecher bei dolichokephalen Volksstämmenund zwar häufiger bei Mördern als bei Dieben und Betrügern,da Letzteren eine grössere Kraftentwickelung nicht vonnöthen ist.

6. Endergebniss. Sind die Messungen am Leichnamfür unseren Zweck auch nicht sehr ergiebig, so tragen sie dochzum Nachweis bei, dass die Verbrecher, besonders die Diebe,auf einer niedrigeren Entwickelungsstufe stehen als die normalenMenschen. Dafür spricht die geringere Schädelkapacität undCirkumferenz, der geringere Stirndurchmesser, der (brachy-kephale) Index, die Kapacität der Augenhöhle, die enorme Kinn-lade und die verhältnissmässige Höhe des Gesichtes. Wennbei dem Verbrecher die Gesichts-, Kephalo-Orbitalindicesniedriger sind als beim Irren und Normalen, so ist dafür ihrKephalo- Spinalindex grösser.

Merkwürdiger aber ist" die Thatsache, dass bei dem Ver-brecher häufiger als beim Irren diejenigen Anomalien auftreten,bei denen atavistischer Ursprung nicht anzunehmen ist, sodie Synostosen, Sklerosen, Schädel- und Gesichtsasymmetrie,Wormsche Knochen. Aehnlich und in entsprechender Anzahlwie bei den Wilden (bisweilen sogar noch häufiger) werdendie atavistischen Abweichungen von der Norm beobachtet,besonders die am Gesicht und der Schädelbasis, die auf-getriebene Stirnhöhle, die fliehende Stirn, die mittlere Hinter-hauptsgtube, das männliche Aussehen des weiblichen Schädels,