Drittes Kapitel. Maasse und Gesiehtsausdruck. 233
Die Farbe der Iris fand Bertillon unter 4000 Ver-brechern in 33,2 % bellbraun, in 22,4 % dunkelbraun, in32,4 °/o gelb oder rotb, in 12 % verschiedenfarbig mit grau-lichem Schimmer. (Rev. scientif. 1883.)
Leider lassen diese Angaben einen Schluss nicht zu, daman die Erhebungen an Normalen nicht kennt.
Schielen kam bei 5% der Diebe und Betrüger und bei2,5% der Mörder vor (Marro); seltener, ja nur bei 2 meinerIrren, zugleich mit Mikrokephalus.
Abstehende Ohren wurden bei 28% meiner (350)Verbrecher, aber nur bei 7,8 % unter Marros 500 Ver-brechern gefunden, mit einem Maximum von 15 % bei denLandstreichern und einem Minimum von 2 % bei den Stu-pratoren.
In zwei Fällen fehlte die Helix. Klein und fein warendie Ohren in 2 Fällen, ungleich in 3, in ungleicher Höhe an-geheftet in 3 und zugespitzt in 2 Fällen.
Nase. — Bei 19 von 500 Verbrechern stand die Naseschief, nach rechts oder links, also in 3 % wie bei Normalen.Virsilio nimmt über 5 % an; die Irren von Pesaro gabennur 2 %. Häufiger kommt bei ihnen die Stumpfnase vor.Die Stupratoren hatten in 2 Fällen von 40 die schiefe Nase,5 andere hatten 31appige oder ausserordentlich dicke Nase, —die sich oft mit der Stumpfnase beisammen findet. Eine un-verhältnissmässig lange Nase kam 2mal in 100 Fällen, so beidem Turiner Dieb Perello vor.
Zähne. — Bei 4% der Verbrecher, fast sämtlichMörder aus der Lombardei, Neapel und Sicilien, wurde eineungewöhnliche Länge der Eckzähne beobachtet; bei 7 anderenandere Anomalien, wie Kleinheit der Eckzähne, Fehlen derSchneidezähne, Schrägstellung u. s. w.
Gesichtsfarbe. — Blässe des Gesichts wurde von Marroin 158 Fällen von 507 (= 31 °/o) beobachtet, darunter einMaximum von 35 °/o bei den Mördern und ein Minimum von10 % bei den Stupratoren. — 3 darunter hatten das Aussehenvon Kretins und weitere 3 einen sehr grossen Kropf, den sienicht erst im Gefängniss erworben hatten.