186 Zweiter Theil. Pathalogische Anatomie und Messungen.
der Seitenspalte. u Besonders auffällig war ihm das häufigeVorkommen von vier "Windungen an den Stirnlappen. (27mal von 83.)
9mal fand Benedikt eine Kommunikation der Balken-randfurche mit der rechten Hinterhauptsfurche.
6mal an 16 Gehirnen war das Kleinhirn von den grossenHemisphären nicht bedeckt.
lmal sah er die senkrechte Furche ohne Zusammenhangmit der des Calcar verlaufen, wie das bei den Affen derFall ist.
G-iacomini (Varietä delle circonvoluzioni cerebr. 1882) ver-folgte diese Untersuchungen mit grossem Interesse, da er dieseAnomalien auch bei nicht verbrecherischen Individuen undnoch da2u in grösserer Anzahl gefunden hatte, nämlich in 164Hirnen normaler Individuen:
9mal die Theilung der oberen Stirnwindung24mal „ „ „ mittleren „
14mal ,, ,, „ unteren „
An 56 Hemisphären von Verbrechern fand Giacominidagegen nur lmal die obere, 5mal die mittlere, 2mal dieuntere Stirnwindung getheilt; eins derselben Hirne hatte 4,ein anderes 5, ein drittes bloss 2 Stirnwindungen.
Dagegen lässt sich nur das als Einwand erheben, dassdie Hirne der Normalen aus dem Spitale stammten, wo diezweifelhaften und imbecillen Volksklassen die Mehrzahl bilden(Benedikt: Wien. Med. Z. 1883) und nur wenige der Soldaten-klasse angehörten.
Schweckendiek und Flesch ( Untersuchungen an 10 Gehirnenvon Verbrechern und Selbstmördern) wollen gefunden haben,dass ein Theil jener Anomalien den von Benedikt ermitteltenentsprechen. An mehreren Hirnen fanden sie die vonHuschke erwähnte Unterbrechung der Oentralwindung, lmaldie Abtrennung der Calcarwindung von der Occipitalwindung,ziemlich häufig die Bildung eines Deckels über dem Occi-pitallappen und Freiliegen der Fossa Sylvii. Dagegen wider-sprechen sie Benedikt bezüglich seiner Ansichten von derUnterbrechung der Furchen mittelst anastomosirender Schlingen