150 Zweiter Theil. Pathologische Anatomie und Messungen.
deren man sich so weit verstiegen hat, dass man von einer,Scheitelbeinrasse der Verbrecher sprechen konnte.
7. Indices. — Bei dem Verhältniss der Schädeldurch-messer zu einander ist vor allem der Einfluss der Landschaftzu beachten. Tabelle 11 giebt zunächst ein Normalbild dieserlandschaftlichen Verschiedenheiten, die bei den Verbrechern, wiesich später ergeben wird, in hochgradiger Weise hervortreten.
Demnach herrscht in Piemont die Brachykephalie, in Sar-dinien und Sicilien Dolichokephalie vor.
Vergleichen wir z. B. eine Gruppe von 40 Verbrechernmit einer anderen von 83 Normalen, beide aus Piemont, sozeigt sich, dass
8% der Verbrecher und 10% der ehrlichen Leute dolichokephal
12;
80,sind.
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mesokephalbrachykephal
Tabelle 11.
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Brachykephal...... 30
Ultrabrachykephal . 9
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76
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3
2
4
42
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215
1
10
5
29
33
53
9
Hochgradige Brachykephalie hat man bei einigen Mördern,besonders bei solchen aus Piemont mit einem LäDgen-Breiten-Index von 90—88, auch vereinzelt bei Kretinen, gefunden. —Auch in Toscana und der Lombardei erreicht der Index beiMördern oft die Höhe von 87, was, soviel ich weiss, bei ge-sunden Individuen selten der Fall ist.
Man hat dieses seltsame Faktum, welches, wie wir sehenwerden, auch an Lebenden und Kretins sich bestätigt, seitensder Phrenologen auszubeuten versucht, indem dieselben dasOrgan der Grausamkeit in die Schläfenklappen (des Gehirns)verlegten.
Gleichwohl giebt es eine Reihe von Mörderschädeln mitsehr kurzem Breitendurchmesser und grossem Längsdurchmesser,