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1 (1894)
Entstehung
Seite
143
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Erstes Kapitel. Untersuchung von 383 Verbrecherschädeln. 143

1700 und mehr sogar häufiger als bei Gesunden vor. Dieweiblichen Irren sind in Mehrzahl gegenüber den Verbreche-rinnen bei den niedrigsten Werthen von 1041 bis 1100, inMinderzahl bei den niedrigen von 1150 bis 1300, und überragenjene an Zahl bei den hohen Werthen von 1400 bis 1500.

Eben dasselbe findet statt, wenn man die Irrenschädel vonWien und Allenberg mit den normalen von Königsberg(vgl. Benedict, a. a. 0.) mit Ausschluss der Frauen, vergleicht,wo die geringeren Kapacitäten kleinere Quoten abgeben, nämlich11 zu 5,8, und die grösseren, wenigstens von 1500 bis 1550 fastdreimal so gross, die noch grösseren von 1600 bis 1650 doppeltso gross sind.

Im ganzen also ist der Schädelraum der Ver-brecher, namentlich der der Diebe, kleiner als der derGesunden und Irren; im einzelnen, d. h. in den mittlerenund höchsten Zahlenreihen steht er demjenigen der Irren näherals dem der Gesunden, während überdies so geringe Kapaci-täten, z. B. bei den Dieben, vorkommen, wie sie sich wederbei Irren noch bei Gesunden finden lassen.

Wenn aber ein sehr grosser Schädelraum bei Verbrechernvorkommt, der nicht von Hydrocephalus herrührt, so sprichtderselbe für eine höhere Intelligenz, als sie der Rasse desTrägers im Durchschnitt zukommt. Dahin gehören untermeinen Fällen, wo das Mittel bis 1600 cm betrug: der wilde,aber intelligente Räuberhauptmann Artusio aus Piemoot undsein nicht weniger verschmitzter Helfershelfer Violini; fernerMendario, der nach Ermordung seines Weibes sich durch dieFlucht rettete und lange Zeit der Strafe sich entzog; J. . ., ausVercelli, ein hochbegabter Strassenräuber; die äusserst schlaueGiftmischerin C . . . aus Verona; ein Mönch aus Brescia,der zugleich Dieb und Mörder war; der Mörder und SchänderSoldati aus Treviso, der sich lange allen Nachforschungenzu entziehen wusste und mit 70 Jahren noch offene Schädel-nähte hatte; endlich ein Venetier, der dreimal wegen Mordesbestraft war und einen Schädelraum von 1633 ccm besass.Dabei sei bemerkt, dass der Schädelraum der Venetier sehrgross ist, wie aus meinen früheren Untersuchungen erhellt.