42 Erster Theil. Uranfang des Verbrechens.
gehen dabei erblich von der Mutter auf die Kinder über,während der Vater und Onkel oft miteinander verwechseltwerden.
Ferner giebt diese Weibergeineinschaft zu der sogen. Cou-vade Veranlassung, d. h. zu der Simulation des Puerperiumsseitens des Vaters, welche sehr verbreitet ist in Amerika undin Asien. Man greift nämlich zu derselben, wo man denGlauben befestigen will, dass auch der vermeintliche Vateran der Geburt der Kinder Antheil gehabt habe und daherauch an dem Eigenthume und an der Gewalt über die KinderAntheil nehmen dürfe.
3. Prostitution als Akt der Gastfreundschaft. —Aus obigem ist es begreiflich, dass bei den Urvölkern dieProstitution als eine Pflicht der Gastfreundschaft geübt werdenkonnte.
Auf Ceylon, in Grönland, auf den kanarischen Inseln, aufTahiti bietet der Wirth seine Frau dem Gaste an, und es wirdals eine Beleidigung betrachtet, wenn man ein angebotenesMädchen abweist.
Einem Priester, der darüber entrüstet war, sagte einHäuptling: „Ich kann nicht glauben, dass es eine Religiongebe, welche ein unschuldiges Vergnügen zu geniessen ver-biete, mittelst dessen durch Erzeugung eines neuen Wesenszugleich dem Lande ein Dienst erwiesen wird." . (Radiquet,a. a. 0.)
Bei den Assin-Negern schickt das Familienhaupt seineTochter dem Gaste.
Unter den Nadowessis erwarb sich eine Frau ein hohesAnsehen, weil sie 40 von den vornehmsten Kriegern ihresStammes bewirthete und sich ihnen nach dem Festmahle preis-gab, (üarwer, a. a. 0.)
4. Die männliche und bestialische Prostitution.Was noch schlimmer ist: auch die Sodomiterei herrscht unterden Urmenschen, ohne als Schandthat angesehen zu werden. —Unter den Neukaledoniern ist es eine sehr verbreitete Sitte,dass sich viele Männer zur Nacht in einer Hütte versammelnund sich dort den schändlichen widernatürlichen Akten hin-