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1 (1894)
Entstehung
Seite
9
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Erstes Kapitel. Das Verbrechen und die niederen Organismen. 9

und Meerschweinchen verzehren mitunter ihresgleichen, auchwenn sie reichlich gefüttert werden. (Lacassagne.)

Im Lahoratorium Fdes Prof. Bizzozero hat vor einigenMonaten ein Hund, obgleich reichlich gefüttert, einen Gefährtenzerrissen und verzehrt.

Im zoologischen Laboratorium in Turin befanden sich ineinem Aquarium mehrere Frösche. Ein grösserer Frosch griffvon hinten einen kleineren an und fing ihn zu verschlingenan, so dass nur noch der Kopf des kleineren Froschesaus dem Maule des grösseren herausragte. In diesemAugenblicke wurde die Sache bemerkt und der kleine Froschgerettet. (Lessona: Anfibi anuri del Piemonte, Memorie deWAccaäemia dei Lincei. 1880.)

Die Chaetocompa processionaea und die Thyatira lebengesellig; doch die stärkeren Thiere verzehren die schwächerenoder die durch zu reichliche Nahrung unbeholfen gewordenen.Aehnliches kommt unter den Mantidien, den Skorpioniden undden mexikanischen Ameisen vor. Die Ameisen, welche fürdie Leichen ihrer im Kampfe gefallenen Genossen Sorge tragen,zerreissen die der Feinde und saugen deren Blut aus. EinMurmelthier des "Wiener Thiergartens, das ein anderes inseinem Behälter vorfand, tödtete es und frass es auf. DieSiebenschläfer verzehren sich gegenseitig, sobald sie hungrigwerden.

8. Kannibalismus. Mord von Jungen und Eltern. "Was man alles von einer angeborenen Stimme des Blutes,von Kindes- und Elternliebe erzählt, erleidet auch bei denThieren, wie die Erfahrung lehrt, vielfache Ausnahmen.(Houzeaü und Ferri, a. a. O.)

Das 'Weibchen des Krokodils verzehrt zuweilen seineJungen, die noch nicht schwimmen können. Man muss hieraber bemerken, dass bei vielen Thierarten, wie bei einigen bar-barischen Völkern, die körperliche Unvollkommenheit einenGrand zu Verachtung abgiebt. ' Ich sah eine Henne, die meh-rere kränkliche und missgestaltete Hühnchen hatte, eines Tagesmit den gesunden das Nest verlassen, ohne sich um dieseelenden Kiemen zu bekümmern.