Druckschrift 
1 (1894)
Entstehung
Seite
XVI
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XVI Vorwort des Verfassers.

schon diese Zustände in keinem direkten und sicheren Zu-sammenhange mit jenen Anomalien ständen. Wollen wirzunächst davon absehen, dass im menschlichen Krystalle keineBildungsanomalie vorkommen kann, die in der Regel nichtihren Grund in Entwickelungshemmungen hat; auch davonwollen wir absehen, dass erfahrungsgemäss die Entartungs-erscheinungen zwar meist zu mehreren auftreten, doch auchzuweilen ganz vereinzelt bei sittlich verkommenen Individuenangetroffen werden und dass heutzutage eine ansehnliche psy-chiatrische Schule sich oft auf eine einzige von jenen Anomalienstützt, um die Diagnose der sogen, degenerativen Geistesstörungenzu begründen; das müssen wir aber betonen, dass wir unsereSchlussfolgerungen nicht a priori ziehen, sondern nachdem wirdie betreffenden Anomalien in überwiegendem Verhältnisse beiVerbrechern, im Vergleich zu normalen Menschen, angetroffenhaben, und dass wir die vereinzelten Anomalien nur als einIndicium betrachten, gleichsam wie einen musikalischen Ton,aus welchem wir keinen Accord bilden können, wenn nichtandere körperliche oder geistige Merkmale zusammentreffen.Ist denn ein begangenes Verbrechen an sich, oder auch nurder Verdacht schon nicht von Bedeutung?

Uebrigens lege ich in der vorliegenden Auflage diesesWerkes ein besonderes Gewicht auf das Gesamtbild der gleich-zeitig vorhandenen Anomalien, welches den sogenannten Typusdarstellt, und habe mich bemüht, den Leser in den Stand zusetzen, dass er mit den Dokumenten in der Hand diesen Typusselbst erkenne.

Weniger um die Langeweile besorgt, die der Leser dabeiempfinden könnte, als um den Nutzen, der ihm daraus er-wächst, habe ich dieses System nach Möglichkeit vervollständigtund als Belege für jede Schlussfolgerung möglichst viele Be-weismittel beigebracht, die sich gegenseitig kontrolliren und er-gänzen oder nöthigenfalls einander, ersetzen.

Nun hält man mir aber vor, wie ich von einem Verbrecher-