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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
184
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184seinen ruchlosen kriegerischen Völkern das ganze Land gar erschöpfet,und aus dem Mecklenburgk ein recht Ecklenburgk gemachet und das:Reinab, fast Reinab (Banier), Gott bessere es, mit ihm gespieletklagt der uns schon bekannte Magister Eddelin, der erst im vorigenJahre von den Kaiserlichen so schwer heimgesucht wordenIm October war auch Bauer wieder in Schwerin angekommenund hatte sich dort niedergelassen, zur größten Bekümmerniß des Herzogs,der es kaum wagte in seiner eigenen Residenz zu erscheinen. Vergebenssuchte Adolf Friedrich die Drangsale von der Stadt und Nachbarschaftabzuwenden. Erst im December machte der Feldmarschall dem Herzogdie Mittheilung, daß er mit dem Heere bald aufbrechen und das Landverlassen wolle. Unter dem 31. December 1638 aber notirt AdolfFriedrich in seinem Kalender:ist die schwedische Cavallerie hiervorbei marschirt und schickt sich an zum Aufbruch. Gott helfe, daßsie fortziehen und nimmer wiederkommen 21Das Jahr 1639 schien somit dem armen Mecklenburger Landeeinige Ruhe wiederzubringen, da Feldmarschall Bauer, der sein Heerbei Schwerin und Dömitz gesammelt hatte, Ende Januar die Elbe über-schritt und weiter zog. Der Schwedische Rath Salvius war zwar mitdiesem Abzuge nicht einverstanden gewesen, aber Bauer, reichlich mitFranzösischem Gelde versehen, beeilte sich das ausgesogene Mecklenburgzu verlassen, um seinen Söldnern bessere Quartiere zu verschaffen.Wir wollen ihn nicht auf seinem Zuge nach Thüringen und Böhmenbegleiten, sondern uns lediglich mit unserem Kriegsmanne beschäftigen,der in Rostock nach wie vor das Regiment mit starker Hand führte.Das nächste Lebenszeichen, welches uns vorliegt, ist ein SchreibenLohausens an den Herzog Adolf Friedrich, vom 29. Januar 1639.Die eigenthümlichen Verhältnisse Rostocks in politischer Beziehung habenwir schon berührt. Aber auch in Bezug auf die Ausübung des jusepiscopale bestanden Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Landes-herrn und dem Magistrat. So war Anfangs 1639 von Bürgermeisterund Rath ein Buß= und Bettag ausgeschrieben worden, und die Corpo-ration der Geistlichkeit oder das Ministerium hatte denselben abgehal-ten, ohne vorher die Erlaubniß des Herzogs einzuholen, der demMagistrat die Berechtigung zu einer derartigen Anordnung absprach.Auch Lohausen scheint sich in seinem von tiefer Religiosität durchdrun-genen Gemüthe dieser kirchlichen Feier angeschlossen zu haben. Ererhielt dafür vom Herzoge einen scharfen Verweis. In welcher fastrührenden Weise nun der gekränkte alte Soldat sich seinem hohen Gön-ner gegenüber entschuldigt, ersehen wir aus dem erwähnten Briefe.