183Wir übergehen die Details des von Baner im Juli eröffnetenneuen Feldzuges, in dessen Folge die Kaiserlichen den größten TheilMecklenburgs räumen mußten, und kommen nur darauf zurück, wassich in der Nähe von Rostock ereignete, wo die Kaiserliche Besatzungder Warnemünder Schanze gewiß in keiner beneidenswerthen Lage ver-blieben war. Schon am 19. October zeigte Gallas aus Ruppin demMagistrat von Rostock an, daß er sichere Nachrichten habe, die Schwe-den wollten sich nicht nur der Warnemünder Schanze, sondern auchRostocks bemächtigen, sie möchten auf ihrer Hut sein und namentlichnicht zulassen, daß die Schweden sich wiederum in Warnemünde fest-setzten, denn alsdann würden diese „ihnen das Messer an die Gurgelsetzen und den angedeuteten Anschlag in Occupirung ihrer Stadt destoleichter effectuiren“ 19). Der Angriff auf die Warnemünder Schanzewurde auch in der That bald darauf durch den General Wrangel ein-geleitet. Die Kaiserlichen hatten ihn jedoch nicht abgewartet und vor-her auf Dänischen Schiffen sich nach Travemünde eingeschifft. DieRostocker hatten dies benutzt und die Schanze zerstört noch vor derAnkunft Wrangels; die Geschütze führten sie im Triumph in die Stadt.Aber sie konnten nicht verhindern, daß von Schwedischer Seite dieBefestigung wieder hergestellt und die Schanze aufs neue armirt wurdeDie Besorgnisse, welche Gallas wegen der Eroberung Rostocksausgesprochen hatte, gingen nicht in Erfüllung, da die Schweden keinenAngriff unternahmen, welchem Lohausen gewiß mit Entschiedenheit würdeentgegen getreten sein. Aber das Land um Rostock herum war wiederumden schrecklichsten Verheerungen ausgesetzt, da die Streifparteien bisunter die Wälle der Stadt vordrangen und sogar die Vorstadt St.Georg fast ganz niederbrannten. Was die Kaiserlichen im Lande nochübrig gelassen, wurde nun von den Schweden fortgenommen. Beson-ders wurde wieder Doberan heimgesucht. Trotz der „Salva-guardia“welche Lohausen — allerdings nur schriftlich — von Baner für Doberanund namentlich für die dortige Kirche erhalten hatte, welche die Begräb-nißstätte der Fürstlichen Familie war, wurde dort Alles verwüstet, dieFürstliche Gruft erbrochen, die zinnernen Särge eingeschmolzen und dieLeichen auf die offene Straße geworfen. Den Leichnam der 1634 erstverstorbenen Herzogin Anna Maria soll von den Hunden zerrissen undaufgefressen worden sein. „Summa, der Schwedische Banier hat mitmanicam versionem Fr. Rob. Bellarmini vom Aufsteigen des Gemüths zuGott 2c. v. Bunemann Catal. MSCtorum p. 12. u. 16. Mittheilung desHrn. Archivar Dr. Wigger zu Schwerin.
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