180Eine starke Abtheilung des Kaiserlichen Heeres blokirte Wismar,wo der Schwedische General Liliensparre sich noch hielt, da der Ver-such, diese Festung in eigene Hand zu bekommen, dem Herzog AdolfFriederich nicht gelungen war. Er hatte nämlich von dem Adel derAemter Schwerin, Wittenburg und Gadebusch 3000 Thaler bewilligterhalten, „zur redimirung der Stadt Wismar den Schweden abzu-kaufen;“ die Sache scheint sich jedoch durch die bald darauf erfolgtenEreignisse wieder zerschlagen zu haben 14). General Gallas selbst hattesein Hauptquartier in der Stadt Sternberg aufgeschlagen und dieselbedurch die größten Requisitionen in den Zustand äußersten Elends ver-setzt. Um ihn nachsichtiger und willfähriger zu stimmen, verehrte ihmder Herzog sechs lichtbraune Stuten 15), aber das Unheil der gänzlichenVerarmung vermochte der Herzog weder von sich noch von seinem sohart mitgenommenen Lande abzuwenden. Nachdem in Sternberg nichtsmehr zu suchen war, verlegte Gallas sein Hauptquartier nach Grabow.Auch die Schweden hatten während des Winters große Mühe gehabtihre Regimenter mit dem nöthigen Unterhalt zu versehen, da ganzPommern nicht weniger verödet war, als Mecklenburg, und statt derFrüchte „nur Blumen auf den Feldern wuchsen.“ — Dazu kam nochdaß die an den Grenzen stehenden Kaiserlichen Generale, mehr durchdie Noth gedrängt, als aus Unternehmungsgeist, selbst während desWinters ihnen keine Ruhe in den Quartieren ließen. Ein Angriff desGrafen von Rietberg auf die Insel Rügen in der Mitte des Januarscheiterte nur an dem eingetretenen Eisgange, und im Anfange desMärz eroberten die Brandenburger unter Klitzing und dem uns schonbekannten Burgsdorf den Oder=Paß bei Gartz, der schon so oft imLaufe dieses Krieges der Gegenstand heißen Kampfes gewesen war.Der Schotte Drummond wurde dabei gefangen, und der SchwedischeLegat Steno Bjelke in Stettin dadurch so alterirt, daß er in eineschwere Krankheit verfiel und bald nachher starb.Näher traten unserem Kriegsmanne die Ereignisse, als Gallasdem Sächsischen General Dam Vitzthum von Eickstedt den Auftragertheilte, die Schanze bei Warnemünde den Schweden zu entreißen.Schon lange war diese Schanze den Rostockern ein Dorn im Augegewesen, da durch sie die Verbindung mit der Ostsee gesperrt und derHandel Rostocks ganz und gar gehemmt wurde. Gallas hatte unterGeschichte und Alterthums=Kunde, XVII. Bd., mitgetheilt sind, so wie aufdie Schilderungen Edelins, Pastor in Dobberan, welche Krabbe in dem oftcitirten Werke über Rostock in Auszügen anführt.
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