165Munition, Materialien, Schanzkörbe, Holz zum Backen, Brauen undanderen Vorfallenheiten, Geld zur Aussendung von Kundschaftern undzu anderen nöthigen Ausgaben, und endlich „eine gewisse Instructionwessen er sich in einem oder andern zu verhalten.Diese Forderungen wurden, da man sich ja in einem regelmäßigenKriege befand, durchaus nicht als ungerechtfertigt, aber bei der augen-blicklichen Lage der Dinge als unerfüllbar anerkannt. Man mußte ebenden Krieg nach Maßgabe der in Händen habenden Mittel führen, sogut man konnte; der Feldmarschall hatte jedoch kaum über so viel zudisponiren, daß er die Armee kümmerlich durchzubringen im Standewar. Es war daher nicht möglich, auf Lohausens Forderungen einzu-gehen, weshalb sein Anerbieten begreiflich in sich selbst zerfiel. Inzwischentraf auch vom Reichskanzler die Bewilligung des von Lohausen einge-reichten und von Baner befürworteten Abschieds=Gesuches ein. Eslagen also seiner Entlassung keine Hindernisse mehr im Wege, und25. AprilLohausen konnte Magdeburg verlassen, als am 5. Mai 1636 der Feld-marschall mit dem Heere von Magdeburg abzog, um sich nach der Alt-mark zu begeben 44)Schon in Tangermünde jedoch kam es zu sehr bedenklichen Auf-tritten, da viele der Deutschen Offiziere, mit Lohausen sehr befreundetund durch dessen Behandlung und Entlassung erbittert, eine Schriftvorlegten, worin sie auch auf die Befriedigung ihrer Rückstände ausden von Frankreich gezahlten Hilfsgeldern bestanden. Nur durch dasenergische Einschreiten Baners, welcher von „Meuterei und den Kopfvor die Füße legen“ sprach, ließ Krockow, der Hauptanstifter dieserEingabe, sich einschüchtern, so daß die Scenen von 1635 sich nicht wie-derholten 45). In Magdeburg waren die Obersten Drake und SalomonAdam zurückgeblieben, welche auch, trotz der eifrigen Belagerung, dieStadt noch bis zum 3/13. Juli hielten und dann am 5/15. Juli mitCapitulation abzogen, um in der Werbener Schänze dem Feldmarschallden noch in 1400 Mann bestehenden Rest ihrer Truppen zuzuführen.Der uns wohlbekannte, jetzt Kursächsische Feldmarschall Baudiß war inden Laufgräben vor Magdeburg so schwer verwundet worden, daß erden Dienst verlassen mußte. Der Reichskanzler aber hatte den Fallvon Magdeburg nicht abgewartet, sondern sich an demselben Tage, woMagdeburg capitulirte, nach Schweden eingeschifft, seine Functionen anHerrn Steno Bielke für die Dauer seiner Abwesenheit übertragend 46).Somit war nun Lohausen ausgetreten aus dem Dienste der KroneSchweden, in welchen er noch von dem großen Könige aufgenommenworden und worin er seit dem Frühjahr 1632 treu und ergeben aus-
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