135welche von fast sämmtlichen Offizieren „bei Gräflichen, Adlichen, Ritterlichen und Kriegsmanns Ehren, Treuen, Glauben, und wahren Worten,mit untergeschriebenen und gedruckten ihren Händen und Siegelnbestättiget und bekräfftiget“ am 20. April 1633 dem Herzog Bernhardund dem Feldmarschall Horn eingehändigt wurde.Auch Lohausen war aufgefordert worden, sich bei dieser Beschwerdezu betheiligen; er lehnte es jedoch ab 20) und suchte so viel als mög-lich die Unzufriedenen zu beschwichtigen. Er blieb ein treuer Anhängerder Schwedischen Fahne, welcher er geschworen; aber seine Stellungin dem Heere an der Donau scheint dadurch sehr schwierig gewordenzu sein, da er sich durch seine Weigerung den Haß oder doch die Abge-neigtheit vieler Deutscher Offiziere zuzog, welche den SchwedischenDienst verließen 21). Es würde zu weit führen, wenn wir hier denganzen Verlauf der Verhandlungen zwischen dem Herzog, dem Feld-marschall Horn und den Mißvergnügten verfolgen wollten, welchezuletzt damit endeten, daß die Obersten und übrigen Offiziere mehroder minder ansehnliche Güter=Schenkungen — nach der ersten Auf-— später als „freie unmittelbarefaſſung „als Schwediſche LehneErblehne des heiligen Deutschen Reiches“ aus den confiscirten Stifts-). Herzog Bernhard selbst erhielt dasund Kloster=Gütern erhieltenHerzogthum Franken als Deutscher Reichsfürst, schied aus seinemDienstverhältniß als General der Krone Schweden, trat jedoch alsVerbündeter unter bestimmt formulirten Bedingungen mit seinen Trup-pen den Schweden zur Seite. Unser Kriegsmann ging für diesmalleer aus: er hatte schon Anfangs Juli eine andere Bestimmung erhalten.Bei der allgemeinen politischen Lage Deutschlands, wo die zweifel-hafte Stellung der Kurfürsten von Sachsen und Brandenburg, so wieder Welfischen Herzoge, namentlich Georgs von Braunschweig-Lüneburg, zur Schwedischen Sache dem Reichskanzler Oxenstiern vie-les Bedenken verursachte, war es diesem darum zu thun, in Magde-burg einen Mann an der Spitze der Kriegs=Angelegenheiten zu sehenauf dessen Treue er sich durchaus verlassen könne. Einen solchen glaubteer nun in Lohausen gefunden zu haben und bot ihm deshalb dasGouvernement von Magdeburg, nebst der Aufsicht über den Elbstrom*) Die Belehnungs=Briefe für die Offiziere sind alle nach einem Formulard. d. Donawerda 5. Augusti, Ann. 1633 ausgefertigt durch den Schwed.Geh. Rath, Groß=Schatzmeister in Deutschland, Obersten zu Roß und zuFuß, Karl, Grafen zu Brandenstein 2c., als hierzu verordnetem Commissar.S. Röse, Herzog Bernh. d. Gr. v. Weimar, I. p. 447.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten