134Der General Torstenson war dem Heere vorausgegangen undhatte Landsberg bereits eingeschlossen, als der Herzog herankam. Am9. und 10. April wurde die Stadt mit einem Verlust von nur 300Mann erstürmt. Alles, was mit den Waffen in der Hand gefundenwurde, mußte über die Klinge springen, und auch hier zeigten die über-müthigen Söldner die größten Spuren von Ungehorsam und von Rachegegen die Bürger, welche sich bei der Vertheidigung der Stadt mann-haft betheiligt hatten.Kaum war Landsberg gefallen, als das Gerücht von WallensteinsZug aus Böhmen nach der Ober=Pfalz den Herzog. Bernhard bewo-wieder nach der Donau zurückzukehren. Er hatte sich abermals vergebensbemüht, seinen Bruder Wilhelm, so wie den Grafen Thurn, der dieSchwedischen Truppen in Schlesien commandirte, und den Kur-sächsischen Feldmarschall Franz Albrecht von Sachsen=Lauenburg zumEingreifen in die Operationen zu bewegen. Das Aufsuchen einer festenStellung an der Donau war demnach durchaus geboten, wenn mannicht die bereits errungenen Vortheile ganz aufs Spiel setzen wollte.Die Festungswerke von Landsberg wurden geschleift und die Armeezog ab über Augsburg nach Neuburg an der Donau, welches derFeind unter Zerstörung der Donaubrücke verlassen hatte. Am 13. Augustwurde die Stadt besetzt und die Regimenter bezogen Quartiere hierund in den nächstgelegenen Ortschaften.Dort war es nun, wo die Widerspenstigkeit der Söldner in eineoffene Meuterei auszubrechen drohte, da sie den Dienst versagten, bisihre Forderungen befriedigt sein würden. Doch nicht allein die gemeinenKnechte, auch viele der Offiziere, ja selbst der höheren Befehlshaber,waren im höchsten Grade mißstimmt. Das hochfahrende Wesen desReichskanzlers Oxenstierna auf dem Heilbronner Convent, die Nicht-befriedigung der gerechten Ansprüche der Truppen, welche sich zurück-gesetzt und übervortheilt glaubten, während in anderen Dingen Oxen-stiern mit vollen Händen Gunstbezeugungen und Geschenke austheilte;endlich vielleicht auch das Gefühl, daß Schweden weniger um derEvangelischen Sache willen, als zur Erlangung eigener Vortheile denKrieg nach des Königs Tode noch fortführe — dies Alles waren dieUrsachen zu der allgemeinen Unzufriedenheit. Die Obersten Pfuel derJüngere und der berüchtigte Joachim Mitzlaff, der schon 1627 alsGeneral=Commissar mit Schimpf und Schande von Christian IV. ausdem Dänischen Heere entfernt worden war, und dem wir jetzt imSchwedischen, später, 1638, im Kaiserlichen Dienst begegnen, standenan der Spitze der Auflehnung. Sie verfaßten eine Beschwerdeschrift,
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