113von der dort zurückgebliebenen Schwedischen Einquartierung befreitwürden, da das Land nicht im Stande sei, die ihm auferlegten unge-heuren Lasten zu tragen. Außerdem verlangt der Herzog Nachrichtüber die Expedition Pappenheims gegen Stade und wünscht überhauptvon allen vorkommenden Ereignissen benachrichtigt zu werden. Daßaber Lohausens Bemühungen für die Erleichterung Mecklenburgs wenig-stens von einigem Erfolg gewesen sind, geht aus einem Briefe derHerzogin hervor, worin sie dankt für die bewirkte Abführung derSchwedischen Truppen aus ihrer Residenz Schwerin 2Der Feldmarschall Tott hatte dem Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg, der mit der Formation eines eigenen Corps noch beschäftigtwar und sein Hauptquartier in Winsen an der Luhe aufgeschlagen hattemehrmals den Befehl zugeschickt, sich mit ihm zu vereinigen zu gemein-schaftlichen Operationen. Da Herzog Georg in seinem Vertragemit dem Könige Gustav Adolf sich ausdrücklich vorbehalten hatte, beigemeinsamen Operationen nicht unter die Befehle eines SchwedischenGenerals zu treten, so hatte er den Weisungen Totts keine Folge ge-geben. Ebensowenig war aber Tott geneigt, unter den Befehl desHerzogs sich zu stellen, und daraus entstanden große Mißhelligkeitenzwischen den beiden Generalen, so daß endlich der Schwedische Geheimerath Salvius, der vom Könige mit der Leitung der Schwedischen An-gelegenheiten auf diesem Theile des Kriegsschauplatzes betraut war undvon Lübeck aus auch die Operationen dirigirte, sich genöthigt sah, dieAbberufung Totts beim Könige zu beantragen, „weil er zu rauheManieren habe.“ Gustav Adolf ging darauf ein und antwortete: erwolle den General Baudiß (Baudissin) schicken, der sei ein Hofmann,mit welchem der Herzog Georg sich besser vertragen werdes)General Baudiß übernahm nun den Befehl, womit Lohausen gewißauch sehr zufrieden gewesen sein wird, da er schon bei den erstenOperationen in Mecklenburg mit dem griesgrämigen Tott häufig inConflict gekommen war. Die nächste Unternehmung war nun dahingerichtet, die Verbindungen Pappenheims mit der Weser zu unterbrechen,von woher er seine Subsistenzmittel bezog, und ihn dadurch zum Rück-zuge von Stade zu nöthigen. Baudiß sammelte deshalb die unterseinen Befehl gestellten Truppen und marschirte am 3. Mai nachBremervörde. Lohausen ist wahrscheinlich bei Buxtehude zurückgeblieben.Als nun Pappenheim Miene machte, auf Celle zu marschiren, nahmHerzog Georg von Lüneburg mit allen Truppen, die ihre Formationvollendet hatten, eine Stellung bei Buxtehude und Horneburg, woLohausen noch stand. Am 7. Mai gieng der Herzog jedoch wieder nach
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