110Commissar, der 14,000 Rthlr. für sein Leben geboten, also in Wismargute Geschäfte gemacht haben mußte, wurden als Gefangene nachGreifswalde abgeführt 23). Die Schwedischen Regimenter der Oberstenvon Salzburg und Rühle wurden als Besatzung in die Stadt gelegt,und der Vice=Admiral Erich Rüningh zum Commandanten ernannt.Lohausen meldete auch diesen Vorgang sogleich dem Herzog, dessenHoffnungen auf den ungestörten Besitz in Wismar bitter getäuschtwaren. Unter dem 3. Februar 1632 klagt er aus Frankfurt am Mainsein Leid, „es ist Uns nicht wenig schmerzlich und befrembt vorkommen,daß wir in dem accort so gar vorbeigangen und Unser, alß wann wirnichts bei dem werck gethan, mit keinem Buchstaben gedacht worden.Wir müssen es Gott und der Zeit, so alles endern kann, mit gedultbefehlen" 24). Gewiß hat er aber dem Könige darüber Vorstellungengemacht; denn noch im Februar kam ein Vertrag zu Stande über dieBeziehungen zwischen dem Landesherrn und den Schweden, worin fest-gestellt wurde, daß Schweden die Stadt Wismar mit der SchanzeWallfisch und bei Rostock die Schanze von Warnemünde in alleini-gem Besitz halten solle, jedoch unbeschadet der Territorial=Herrlichkeitdes Herzogs. Jetzt scheint Lohausen wirklicher Commandant von Wis-mar geworden zu sein; denn die Schreiben, welche Anfangs März dieHerzogin Anna Maria in Abwesenheit des Herzogs in Landesangelegen-heiten an Lohausen richtet, tragen die Aufschrift: Königl. Schwedischerund Fürstl. Mecklenburgischer geheimbder auch Kriegs=Rath, Oberst undderoselben respective bestallter General-Commissarius, während einbesonderes Schreiben vom 22. März 1632, worin sie ihm zur Er-nennung zum General=Wachtmeister und Gouverneur von Wis-mar durch Ihro Köngl. Mayestät von Schweden gratulirt, die dahinzielende Adresse hat und mithin dafür den Beweis liefert. Die eigent-liche Bestallung wurde jedoch erst im October 1632 ausgefertigt. ZuOstern 1632 trat nun unser Kriegsmann ganz in Schwedischen Dienstüber und erhielt die Bestimmung mit seinem Regiment zum Corps desFeldmarschall Tott zu stoßen, welcher nach der Einnahme von Wismarweiter gezogen war, die Kaiserlichen aus Buxtehude vertrieben hatteund das von denselben noch besetzte Stade blokirte. Trotz dieser ander-weitigen Verwendung behielt aber Lohausen das Gouvernement vonWismar, wohin er auch ſeine Familie herangezogen hatte, und bliebin steter Verbindung mit dem Herzog Adolf Friedrich und der HerzoginAnna Maria, wie aus den zahlreichen Briefen hervorgeht, welche ausdieser Zeit vorhanden sind und alle das große Vertrauen beweisen,welches das Fürstenpaar in die Umsicht und treue Ergebenheit Lohausens
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