107Stadt, sondern auch die Schanze auf der beinahe eine Meile weit inder Zierow=Bucht ins Meer hinausliegenden Insel, „der Wallfisch“befanden sich im besten Zustande, so daß der Hafen und seine Einfahrt ganzund gar geschützt waren. Während der Belagerung von Rostock hattedie Besatzung, den schwachen Blokade=Cordon durchbrechend, noch meh-rere Streifzüge am Strande ausgeführt und sich durch Wegnahme vonJetzt wurde die StadtGetreide und Vieh reichlich verproviantirt.enge eingeschlossen und dem Commandanten mitgetheilt, daß Tilly beiLeipzig total geschlagen sei und er durchaus keine Hoffnung auf Entsatzhabe. Oberst Gram verlangte gleichfalls, sich erst über die Wahrheitdieser Mittheilung Gewißheit verschaffen und zu dem Ende einen Offi-zier zu dem Kaiserlichen General Tieffenbach absenden zu dürfen. Eswurde ihm dieses zugestanden und festgesetzt, daß der zu entsendendeOffizier spätestens in 4 Wochen wieder zurückkehren müsse, unterdessensollten beiderseits die Feindseligkeiten ruhen. Auch diese Unterhandlungleitete Lohausen.Als hierdurch Truppen vor Wismar entbehrlich wurden, entsendeteTott unseren Kriegsmann mit den Mecklenburgern und mehreren Schwe-dischen Regimentern nach Dömitz, um auch diesen letzten Haltpunkt derKaiserlichen in Mecklenburg zu nehmen. In Dömitz commandirte derKaiserliche Oberstlieutenant Straube. Derselbe sah ein, daß er sichnicht würde halten können, da ihm die Mißgeschicke der Kaiserlichengewiß schon bekannt waren, und erklärte sich zur Capitulation bereit,sobald er sah, daß ernstliche Anstalten zur Belagerung gemacht wurden.Die Bedingungen waren im Wesentlichen mit denen der RostockerCapitulation übereinstimmend; eine Compagnie Reiter sollte die Abziehenden bis zur Weser escortiren. In Folge dessen zog am 19. Decemberder Oberstlieutenant Straube aus der Festung, die sofort von denSchweden besetzt wurde. Auf dem Marsche nach der Weser verletztenjedoch die Abgezogenen die Capitulation durch Plünderung und andereAusschreitungen, was ihnen in so fern sehr schlecht bekam, als ein großerTheil von den Reitern Bauers niedergehauen wurde 20). Lohausenkehrte nach Wismar zurück, um dort die begonnenen Unterhandlungenmit Gram fortzusetzen.Der Herzog Adolf Friedrich hatte sich unterdessen zum KönigeGustav Adolf verfügt, der nach der Leipziger Schlacht seine Sieges-laufbahn nach Süddeutschland fortgesetzt hatte und sich zu dieser Zeitin Mainz befand. Dorthin meldet Lohausen am 21. December 1631die Einnahme von Dömitz und die wegen Wismar schwebenden Unter-handlungen. Der Herzog antwortet in einem Dankschreiben und hoff
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