99Besatzungen, und am 2. Juli schon konnte Gustav Adolf in Stettindem Herzog Boguslav von Pommern die Bedingungen zu einem Bünd-niß dictiren.Die Nachricht von dieser Landung erhielt der Kaiser zu Regens-burg, wo seit dem Monat Februar der Convent der Deutschen Kurfürstentagte, zusammenberufen besonders auf Veranlassung des Kurfürsten vonBayern. Die drei geistlichen Kurfürsten, Mainz, Trier und Köln, so-wie Max von Bayern, waren persönlich erschienen; Sachsen undBrandenburg ließen sich durch Gesandte vertreten*). Der Uebermuthder Kaiserlichen Generale und namentlich Wallensteins, die Zügellosig-keit der Soldatesca bei der Durchführung des Restitutions=Edikts unddie Besorgnisse für ihre Selbständigkeit waren es, welche auch dieKatholischen Kurfürsten dazu bewogen hatten. Die nächsten Anträgewaren auf die Abberufung Wallensteins gerichtet, und der Kaiser, demdie Wahl seines Sohnes zum Römischen König sehr am Herzen lag,mußte nachgeben. Wallenstein fiel als Opfer und wurde seiner Würdeals Reichsfeldherr enthoben. An seine Stelle trat Tilly, der nun das„kleine Feindle mehr“ — wie der Kaiser sich über Gustav Adolf äußertebekämpfen sollte.Die Mecklenburger Herzoge, deren Sache auch in Regensburg zumAustrage kommen sollte und von den Kurfürsten befürwortet wurde,hatten Anfangs geschwankt, ob sie sich schon jetzt dem Könige vonSchweden anschließen sollten. Als aber ihre Hoffnungen auf Restitutionimmer mehr schwanden, baten sie Gustav Adolf, mit welchem sie früherschon vielfach in Verbindung getreten waren, ihnen Patente für einigeCavaliere zur Truppenwerbung zu geben, ohne indessen schon offen sichfür Schweden zu erklären 13). Wir haben oben gesehen, wie unserKriegsmann zu dieser Zeit in den Dienst Adolf Friederichs trat, undwollen nun sein Wirken in diesem neuen Verhältnisse eingehend betrachtenLohausens erste Verwendung war eine diplomatische. Schon am18. Juli 1630 sendete Herzog Adolf Friedrich ihn nach Dresden zumKurfürsten von Sachsen 14). Den Auftrag, den er erhalten, erfahrenwir zwar nicht, können aber aus der allgemeinen Situation uns den-selben leicht combiniren. Noch tagte der Kurfürsten=Convent zu Regens-*) Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg entschuldigte sein Nichterscheinendamit, daß er bei den Erpressungen durch die Kaiserlichen Heere in seinemLande kaum zu Hause zu leben habe, viel weniger könne er die Kosten einersolchen Reise und des Aufenthaltes an einem so entfernten Orte bestreitenSo erzählt Stenzel in seiner Gesch. des Preuß. Staats I. S. 482.
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