98stillstand zwischen Polen und Schweden in Kraft getreten, und GustavAdolf benutzte dieses, um trotz der Kaiserlichen Mandate in HamburgEmden und anderen Orten neue Truppen werben zu lassen und dieBesatzung von Stralsund zu verstärken, sowie die Blokirung der Häfenvon Wismar und Rostock zur See anzuordnen. Gegen diese Unter-nehmungen kämpfte Wallenstein vergebens an, und auch Arnims Hilfebrachte den Polen wenig Vortheile, als sie nach abgelaufenem Waffen-stillstande wieder zu den Waffen griffen. Gustav Adolf schlug dievereinten Heere zwischen Stuhm und Marienwerder und schloß danndurch Vermittelung von Französischen, Englischen und HolländischenBevollmächtigten am 26. September 1629 einen Waffenstillstand mitden Polen auf 6 Jahre. Die Reste der Kaiserlichen Hilfstruppenkehrten zurück, von den Polen selbst zum Theil aus dem Lande ge-trieben, wo sie die größten Excesse verübt hatten.Nun wendete der König seine Augen auf Deutschland. Dort hatteWallenstein unterdessen der Stadt Magdeburg scharf zugesetzt und vomMärz bis September 1629 dieselbe blokirt, weil sie sich weigerte,eine ihr auferlegte Contribution zu zahlen und ein von Aldringerdorthin entsendetes Regiment aufzunehmen und zu unterhalten. Auchauf die Stadt Stralsund hatte der Friedländer es neuerdings wiederabgesehen, da ihm die Anwesenheit der Schwedischen Garnison daselbstsehr ungelegen war. In beiden Unternehmungen hatte er jedoch seinenZweck nicht erreichen können und sich damit begnügen müssen, seineSöldner auf Kosten des ganzen Landes ferner zu ernähren. Dieschwersten Erpressungen und nicht zu befriedigende Forderungen an Geldund Victualien ruinirten die Städte und Dörfer, und vergebenswaren die Remonstrationen selbst bis an den Kaiser. — Unterdessenhatte Gustav Adolf in seinen Rüstungen große Fortschritte gemacht undsich den Protestantischen Fürsten und Ständen zur Hilfe angeboten.Der Schwedische Reichsrath erklärte sich mit einem Kriege gegen denKaiser einverstanden. Als Ursache wurde angeführt die Abweisungder Gesandten von dem Lübecker Friedens=Congreß, die Entsetzung derHerzoge von Mecklenburg, Schwestersöhne des Königs, die Verweigerung des Königstitels und endlich die den Polen geleistete Hilfe. Sowurde denn der Krieg beschlossen, und am 24. Juni landete ein kleinesSchwedisches Heer von 13,000 Mann unter des Königs eigener Füh-rung auf der Insel Ruden, die am Ausfluß der Peene in die Ostseeliegt. Eine schon vorhergegangene Proclamation entwickelte die Motivezu dieser Landung. Wolgast, Wollin, Usedom und andere Plätze ander Küste waren bald genommen, nach Ueberwältigung der schwachen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten