94mar und der Beke (Elisabeth) von Lützow aus dem Hause Duzow“Magdalene war Wittwe von Arnd von Steding auf Warnwardt undLusemer=Brock im Herzogthum Bremen, der 1628 gestorben war undeine einzige, jetzt noch nicht drei Jahre alte Tochter, Rebekka von Steding,hinterlassen hatte. Daß die Wahl eine glückliche gewesen und der Segeneines reichen häuslichen Friedens auf dieser Ehe ruhete, geht aus allenspäteren Nachrichten klar hervor 10)Als nun zu Ostern 1630 auch die zweite Bestallung abgelaufenwar, unterhandelte der Rath von Bremen aufs neue mit Lohausen, daman wohl erkannte, was man an einem so rechtschaffenen und kennt-nißreichen Manne hatte. Am 3. April legte er dem Rathe einen„Schließ= und endlichen Aufsatz“ vor, „wie und auf was Weise er sichfernerhin bestellen zu lassen gemeinet und entschlossen.“ Zuerst verlangteer für seine Person als Oberst eine „Leibes=Besoldung“ von 2000Speciesthaler jährlich; dazu noch einen Monats=Sold als Capitän,nach dem für die Stadt ausgeworfenen Etat. Es war dies keine unge-wöhnliche Forderung, da zu jener Zeit und noch lange nachher derOberst zugleich Inhaber und Hauptmann einer Compagnie war, welcheein von ihm bestellter Lieutenant führte. Ferner wollte er von „bürger-licher Unpflicht, zuvörderst in Acciß und Consumption“, befreit sein,wie dies auch für die Soldatesca in anderen benachbarten Städteneingeführt wäre. Dann verlangte er, daß, wenn er in der StadtDiensten vor dem Feinde getödtet würde, seiner Wittwe oder etwa vor-handenen Kindern eine halbe Jahresbesoldung — wenn er jedoch einesnatürlichen Todes stürbe, eine Viertel Jahresbesoldung ausgezahltwerde. Sollte er im Dienst der Stadt gefangen werden, so müsse derRath für seine „Erledigung bestes Fleißes sorgen, auch ihm mit Zu-steuer der Rantzion also unter die Arme greiffen, daß er der herrenzu ihme tragende guete affection daraus zu spüren; jedoch wollen sieauf alle unverhoffte Begebenheit sich zum hohensten nicht über einesJahres Leibes=Besoldung erböttig gemacht haben." Schließlich behieltLohausen sich die Freiheit vor „sich in anderer, dieser guten Stadtnicht wiedrigen herren und Potentaten Bestallungen von hauß aus zuIn einem der vorliegenden Lohausenschen Stammbäume ist Magdalenairrthümlich die Tochter des bekannten Reichs=Vice=Kanzlers Lippold vonStralendorf genannt, dessen Linie jedoch schon seit 1424 von den Mecklen-burger Stralendorfs getrennt war. Es wäre auch in der That eine Ironiedes Schicksals zu nennen, wenn unser Lohausen zu seiner Lebensgefährtindie Tochter desjenigen Mannes sich erkoren hätte, der gewiß zu seinen ent-schiedensten religiösen und politischen Gegnern gezählt werden muß.
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