85der kürzlich erfolgten Aufnahme des Herzogs, „der unlängst nach demFesten, der fruchtbringenden Gesellschaft die ehre gethan, sich in dieselbe zu geben“. Zugleich wird die Uebersendung der anderen Schrift„von meßlichen Sachen, welche durch die rechenkunst allein erforschetin Aussicht gestellt. Der Herzog dankt in einemwerden könnenSchreiben d. d. Lübeck den 22. Dezember dem „Festen“ für das„Besuchbrieflein“ und für das übersendete Buch, unter stetem Spielenmit den Gesellschaftsnamen, wie denn z. B. auf die Aeußerung Lohau-sens: „Ew. Fürstl. Gnaden sambt den ihrigen in gueter gesundheitund besserm, alß leider jetzigem fürstlichen Zustand zu wissen, weremier ein sonderbahre frewde“ — die Antwort dahin lautet, daß derZustand „bei dieser beschwerlichen Zeit, Gott sei Dank, noch alsobeschaffen, daß wir uns bei guter gesundheit befinden, und an herr-licher, fester und bestendiger Hoffnung, mit Göttlicher Hülff,frölichere und beßere Zeit eins wiederumb zu erleben, und zu vorigemwolstande wieder zu gelangen, nichts fallen lassen 2c." 11)Doch wir sind dem Gang der Ereignisse vorausgeeilt und müssenin das vorgezeichnete Geleise wieder einlenken, wo wir unseren Kriegs-mann als Gefangenen verlassen haben. Schon im Februar 1628 fin-den wir ein Schreiben Lohausens an den Rathmann Dr. jur. Bern-hard Graevaeus in Bremen, aus welchem hervorgeht, daß bereits Unter-handlungen wegen seines Uebertritts in den Dienst der Stadt Bremenstattgefunden hatten. Jetzt kam die Sache zum Abschluß, „wo esGottlob an deme, daß nuhmeer Ich Königl. Mayst. Diensten ent-schlagen, Meiner pflicht erlassen, und also bono titulo den Revers,welcher anderß nicht als gegen die Röm. Kays. Mayst. undt das hoch-löbliche Haus Oestreich nicht zu dienen inhält, unterschreiben mag, undalso ehister gelegenheit mich auf die reise geben kann 2c." 12). Wirkönnen also hieraus entnehmen, daß Lohausen mit seiner Entlassung ausDänischem Dienst auch seiner Gefangenschaft ledig geworden ist; dennes findet sich nichts darüber, daß er etwa von der durch ihn selbstabgeschlossenen Convention Gebrauch gemacht und sich mit 500 Thlr.,dem für einen Obristen festgesetzten Tarif, ranzionirt habe. Bei einemManne von so unermüdlicher Thätigkeit, wie wir unsern Kriegsmannkennen gelernt, darf es uns nicht Wunder nehmen, daß er eine neueAnstellung suchte. Vielleicht waren es auch andere, zartere undinnigere Beziehungen, welche ihn nach Bremen riefen.
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